Den Carport begrünen

Gründach mit Carport

Ein Carport mit Gründach gibt der Natur ein Stück Lebensraum zurück, schützt und dämmt aber auch das Dach selbst. Besonders in den Städten wird die Carport Dachbegrünung immer beliebter,  denn das Gründach sieht  nicht nur schön aus, sondern  verbessert auch die Luft.  Mehr Wissenswertes über die Vorteile des Gründachs und wie Sie den Carport begrünen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Inhalt:

Den Carport begrünen ist eine großartige Idee, denn das Gründach hat einen hohen ökologischen Wert. Insbesondere in den Städten fehlen Grünflächen als Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt, zur Durchlüftung und zum Ausgleich der durch Gebäude und versiegelte Flächen erhöhten Temperaturen. Jede Fläche, die wieder begrünt wird, ist wichtig,  auch der Carport mit Gründach leistet einen spürbaren Beitrag dort, wo er steht.

Den Carport begrünen – vorteilhaft für Mensch und Umwelt

Ökologischer Nutzen gut und schön, wer wäre nicht dafür? Wenn es allerdings darum geht, selbst Zeit und Geld zu investieren, wollen wir in der Regel wissen, welche konkreten Vorteile uns ein Vorhaben bringt. Beim Carport mit Gründach ist die Bilanz sehr positiv. Es profitiert nicht nur die Umwelt, sondern auch die Menschen, die es errichten, haben etwas davon:

  • Schutzschicht:  das Dach des Carports wird durch die Begrünung vor UV-Strahlen, Frost und Hagel geschützt.
  • Ersparnis: Teure Flachdachabdichtungen halten länger, wenn Sie den Carport begrünen, denn die dicke Schicht aus Wurzeln und Substrat schützt die Unterlage und das Dach. Auf lange Sicht fallen weniger Dachreparaturen an, die Carport-Dachbegrünung spart also auch Geld.
  • Dämmung:  Den Carport begrünen bringt Wärmedämmung im Winter und Hitzeschutz im Sommer.  Das durchwurzelte Substrat wirkt als natürliche „Klimaanlage“ auf dem Dach. Der so stattfindende Temperaturausgleich nützt den geparkten Fahrzeugen, wirkt sich aber auch in Nebenräumen der Carports positiv aus.
  • Luftverbesserung auf dem eigenen Grundstück:  Wenn Sie Ihr Carport-Dach begrünen, heizt es sich bei Hitze kaum mehr auf. Die Luftfeuchtigkeit wird erhöht, was zu einem angenehmeren Kleinklima im Nahbereich beiträgt. Gründächer speichern bis zu 90 Prozent des Regenwassers und geben es erst nach und nach durch Verdunstung an die Umgebung ab. Auch Staub und andere Luftbelastungen werden von den Pflanzen gemindert.
  • Hingucker-Effekt:  Ein Carport mit Gründach sieht wunderschön aus. Je nach Jahreszeit verändert sich die Optik des Dachs. Andere Pflanzen blühen und ergeben einen urigen, naturnahen Eindruck. Ihre Nachbarn werden Sie beneiden und vielleicht ebenfalls Ihren Carport begrünen. Ein gelungenes Vorbild kann viel bewirken!

Neben dem konkreten Nutzen des Carport mit Gründach sind die positiven Wirkungen für die Erhaltung der Artenvielfalt und ein erträgliches Klima durchaus erwähnenswert. Das Gründach mag klein sein, jedoch gibt auch hier die Bepflanzung Insekten und Kleinstlebewesen Lebensraum, die wiederum Vögeln als Nahrung dienen. Begrünte Dächer binden auch CO² aus der Luft und tragen so zur Reduzierung des Treibhauseffekts bei.

Carport begrünen: Intensive oder extensive Dachbegrünung?

Dachbegrünungen unterscheiden sich im Aufwand für die Errichtung und Pflege, in der Bepflanzung und der Bauweise. Man spricht von „intensiver“ und „extensiver Dachbegrünung“, die sich wie folgt unterscheiden.

  1. Intensive Dachbegrünung
    Mit der intensiven Dachbegrünung entstehen aufwendige Dachgärten, für die eine bis zu einem Meter hohe Erdschicht aufgebracht wird. Wegen der hohen Dachbelastung wird diese Art Begrünung meist beim Bau eines Hauses schon mitgeplant, das die statischen Voraussetzungen mitbringt. Vielerlei Pflanzen, Büsche und sogar kleine Bäume wachsen auf einem intensiv begrünten Dach, das regelmäßig bewässert und gepflegt werden muss.
  2. Extensive Dachbegrünung
    Diese Form der Begrünung erfordert sehr viel weniger Aufwand. Mit einer nur 6 bis 12 cm hohen Substratschicht und trockenheitsliebenden Pflanzen bleibt die Belastung im Rahmen, weshalb die meisten Dächer extensiv begrünt werden. Moose und Sukkulenten, Kräuter und niedrige Gräser entwickeln sich auf solchen Dächern prächtig.  Außer während der Anwachsphase muss ein extensiv begrüntes Dach nicht bewässert werden. Die Idee ist, das Gründach ganz sich selbst zu überlassen, was in den meisten Fällen auch gelingt.

Für einen Carport mit Gründach kommt demnach nur die extensive Begrünung in Betracht, auf die wir uns im Folgenden konzentrieren.

Wer den Carport begrünt, muss die  Dachneigung beachten!

Ob und mit welchem Aufwand eine extensive Begrünung des Carports möglich ist, hängt von seiner Dachform ab.  Dabei ist die Neigung des Dachs ein wesentliches Kriterium. Wenn Sie Ihren Carport begrünen, wird der erforderliche Aufwand umso größer, je steiler das Dach ansteigt.

  • Carports mit Flachdach (üblicherweise kaum sichtbar 2-3° geneigt) sind am einfachsten zu begrünen.
  • Schrägdächer und Pultdächer bis 8 bis 9° Neigung sind auch noch recht unproblematisch.
  • Ab 10 bis 15° Neigung sind extra Konstruktionen nötig, um das Abrutschen der Bepflanzung zu verhindern.
  • Grundsätzlich möglich sind Dachbegrünungen bis 45° Dachneigung, die jedoch spezielle Schubsicherungssysteme mit Netzen, Platten und Trägern benötigen – alles Elemente, die auch das Gewicht erhöhen, das auf dem Dach lastet.

Die Tragkraft des Dachs entscheidet, ob sich der Carport begrünen lässt

Die Tragkraft des Dachs ist ein weiterer, begrenzender Faktor für die Möglichkeit einer Dachbegrünung. Das Dach muss nicht nur die Aufbauschichten und die Bepflanzung tragen, sondern auch das Wasser, das sich bei Regen im Substrat sammelt – eine nicht unerhebliche Mehrbelastung.

Wieviel Gewicht muss das Dach also tragen können? Für die extensive Begrünung eines Flach-oder schwach ansteigenden Pultdachs rechnet man mit ca. 100 Kilo Gewicht pro Quadratmeter.  Verschiedene Anbieter von Begrünungsmaterialien sprechen von 80–170 kg/m², Leichtdachbegrünungen (bis 5° Neigung) mit wenig Substrat belasten das Dach mit 30 bis 50 kg/m².

Für die extensive Begrünung mit geringer Substrathöhe sind Carports mit Flach- und niedrigen Schrägdächern in der Regel geeignet. Die Carports und Holzgaragen der Gartenhausfabrik verfügen zudem über eine extra starke Dachkonstruktion, die höhere Schnee- und Windbelastungen aushält.  Da sich die Tragkraft der Dächer je nach Carportgröße unterscheidet, empfehlen wir eine Anfrage vor dem Kauf bzw. vor einer geplanten Dachbegrünung.

Die kostenfreie Fachberatung der Gartenhausfabrik (030 233 267 170) erreichen Sie Montags bis Freitags von 9:00 bis 18:00 Uhr und Samstags  von 9:00 bis 13:00 Uhr.

Option: Statik Service nach deutscher Norm
Für individuelle Ausbauten wie aufwändige Begrünungen mit Rutschsicherungen können wir für fast alle unsere Holzgaragen und Carports Statik-Berechnungen liefern. Hierfür berechnen wir – abhängig von Größe und Ausführung –  eine einmalige Kostenpauschale. Die Erstellung einer Statik-Berechnung dauert ca. 3-4 Wochen. Unsere Statik-Berechnungen werden von einem in Deutschland zugelassenen Statiker erstellt und sind daher nur für Deutschland zugelassen.

Gründach

Dachbegrünung Carport: Aufbau in Schichten

Um ein Flachdach oder Pultdach mit geringer Steigung extensiv zu begrünen, braucht es verschiedene Schutz- und Drainageschichten, damit das Projekt gelingt. So könnte ein Carport-Gründach-Aufbau z.B. aus folgenden Schichten bestehen:

  1. Schutzvlies:  Basis des Gründachs ist ein Schutzvlies. Es schützt nicht nur das Dach, sondern sorgt auch dafür, dass sich Dach und aufliegende Gründachschichten unabhängig voneinander bewegen können, also sowohl schrumpfen als auch ausdehnen.
  2. Wurzelfolie:  Auch ein dichtes Carport-Dach braucht Schutz vor dem Wurzeldruck, der auf Dauer die Eindeckung beschädigen könnte. Ist bereits eine wurzelfeste Eindeckung vorhanden, braucht es keine extra Wurzelfolie. Bitumen-Materialien sind meist nicht wurzelfest, wohl aber EPDM-Folien, die auf Flachdächern häufig genutzt werden. Wurzelfolien können aus verschweißten PVC-, Synthese-Kautschuk-Bahnen oder aus PE-Folie bestehen.
  3. Schutzvlies: Soll Schüttgut als Drainageschicht dienen, schützt dieses Vlies die Wurzelfolie vor eventuellen Beschädigungen durch kleine Steine. Werden Drainagematten verwendet, kann sie evtl. entfallen.
  4. Drainageschicht:  es folgt eine Drainageschicht, denn Regenwasser muss gut abfließen können. Trockenheitsliebende Pflanzen für die extensive Begrünung vertragen Staunässe gar nicht! Da die Drainageschicht Regenwasser aufnimmt, dient sie auch als Speichermedium in Trockenphasen, sodass ein solches Dach nicht zusätzlich bewässert werden muss.
  5. Schutzvlies/Filtervlies:  sorgt dafür, dass keine Feinstoffe aus der Vegetationstrageschicht in die Drainage geschwemmt werden und diese verstopfen. Auch dieses Vlies, das durchwurzelbar sein sollte, speichert zusätzliches Wasser für die Pflanzen.
  6. Vegetationstrageschicht / Dachsubstrat:  die Schicht, in der die Pflanzen wurzeln. Normale Pflanzerde ist völlig ungeeignet, denn die extensive Dachbegrünung benötigt ein extrem gut durchlässiges, sehr humusarmes Substrat. Der Handel bietet verschiedene Dachsubstrate an, sowohl als Schüttstoff als auch in Matten- oder Plattenform.  Es sind rein mineralische, sowie mi­ne­ra­li­sch-or­ga­ni­sche Substrate erhältlich.
  7. Die Pflanzschicht:   zur Begrünung eignen sich Samenmischungen, schnell wurzelnde Sprossen, vorgezogene Jungpflanzen oder komplette Vegetationsmatten, die man auslegen kann wie Rollrasen.

Der hier vorgestellte Schichtaufbau ist ein ideales Beispiel unter mehreren Möglichkeiten. Der Handel bietet auch Komplettpakete zur Dachbegrünung an, die alle erforderlichen Materialien enthalten. Sie sind vergleichsweise teuer, doch entfällt dafür der Aufwand für Planung, Recherche und Einkauf bei mehreren Händlern.

Dachbegrünung Carport selber machen: 10 Schritte zum perfekten Gründach

Eine Anleitung für alle Carport-Dacharten zu geben, würde den Rahmen dieses Ratgebers sprengen. Wir beschreiben daher beispielhaft den Ablauf für die extensive Begrünung eines Carports mit Flachdach:

  1. Planung und Materialbeschaffung: Messen Sie das Dach aus und erstellen Sie eine Liste der zu beschaffenden Materialien. Bei großen Carports mit Nebenraum ist die Einplanung eines Randstreifens aus Kies bedenkenswert, der die Begehbarkeit des Dachs erleichtert. Auch der Wasserabfluss über eine Regenrinne sollte gewährleistet sein. Denken Sie auch an die nötigen Leitern und Werkzeuge für den Aufbau! Ist alles Nötige vor Ort, kann es los gehen.
  2. Carportdach reinigen:  Die Dachfläche muss sauber bzw. mindestens besenrein sein. Steinchen, Zweige oder andere spitzen Materialien dürfen nicht auf dem Dach verbleiben.
  3. Erstes Schutzvlies zurecht schneiden und flächendeckend auslegen.
  4. Wurzelfolie darauf auslegen, sofern das Dach keine wurzelfeste Eindeckung hat. Sind mehrere Folien nötig, sollten sie sich ca. 15 cm überlappen.
  5. Ein weiteres Schutzvlies auf der Wurzelfolie auslegen, sofern eine Drainage aus Schüttgut (Kies etc.) geplant ist. Werden Drainagematten oder -Folien verwendet, kann es evtl. entfallen (Anwendungshinweise der Hersteller beachten!).
  6. Kiesfangleisten umlaufend anbringen, damit weder Kies noch Substrat in die Regenrinne rutscht und sie verstopft.
  7. Drainageschicht aufbringen – entweder eine Schicht Kies, Blähton oder spezielle Drainagematten, die deutlich leichter sind und sich für Gartenhäuser meist besser eignen.
  8. Dachsubstrat aufbringen und gleichmäßig verteilen.
  9. Carport bepflanzen:  Samenmischung ausstreuen, Sprossen verteilen oder vorgezogene Jungpflanzen setzen. Fertige Vegetationsmatten aus dem Handel sind der schnellste Weg zum begrünten Carport.
  10. Angießen nicht vergessen! In der  Anwachsphase muss das Dach bewässert werden, damit Samen, Sprossen und Jungpflanzen nicht austrocknen, später nicht mehr.

Pflanzen für extensive Dachbegrünung

Carport begrünen: Welche Pflanzen für das extensiv bepflanzte Gründach?

Erst die Bepflanzung macht das Gründach zum Highlight, umso mehr, je abwechslunsreicher das Dach bepflanzt ist. Das Dach verändert sich mit den Jahreszeiten, denn es grünen und blühen immer andere Arten – einfach wunderschön!

Für Caport-typische Dachbegrünungen mit wenig Substrat und geringer Aufbauhöhe kommen allerdings nur recht anspruchslose, trockenheitsliebende Pflanzen in Betracht. Über Jahre müssen sie pralle Sonne, starke Winde, Regen, Schnee und Frost ertragen. Die Auswahl ist hier nicht riesig, aber das schadet nicht. Wenn Sie Ihren Carport begrünen, können Sie mit wenigen robusten Pflanzentypen auskommen, die dennoch für eine abwechslunsreiche Optik sorgen. Hier einige Vorschläge:

Carport begrünen mit Sedum: Viele Gründächer werden ausschließlich mit den sukkulenten (=wasser speichernden) Sedums bepflanzt. Das ist keineswegs langweilig, sofern  unterschiedliche Arten und Sorten verwendet werden.  Sedums sind mit 420 Arten die artenreichste Gattung in der Familie der Dickblattgewächse. Hier ein paar Beispiele, wie unterschiedlich Sedums aussehen können:

Sedumarten

Carport begrünen mit Hauswurz (Sempervivum)
Die Hauswurz ist ebenfalls ein Dickblattgewächs, auch bekannt unter dem romantischeren Namen „Steinrose“.  Der lateinische Name Sempervivum bedeutet „immer lebend“, was schon darauf hin weißt, wie genügsam die attraktiven Rosettenpflanzen sind. 60 Arten und über 5000 Sorten zeigen, wie vielfältig Sempervivums sind. Ein Carport, begrünt mit verschiedenen Hauswurz-Arten kann sogar neuartige Sorten hervor bringen.

Hauswurzarten

Carport begrünen mit Steinbrech (Saxifraga)
Eine anspruchslose, robuste Steingartenpflanze. Viele der 450 Arten sind Blattsukkulenten und breiten sich in Polstern aus. Einige Steinbrech-Arten gedeihen in alpinen Höhen. Auf dem Dach entwickelt sich Steinbrech hervorragend, weshalb er gerne zur Auflockerung in Sedum-Dächer gesetzt wird.

Steinbrech

Carport begrünen mit Sand-Thymian (Thymus serpyllum)
Auch anspruchslose Kräuter gedeihen auf dem extensiv begrünten Dach. Der Sand-Thymian erreicht eine Höhe von 5 bis 19 cm, breitet sich kriechend in Teppichform aus und blüht im Juni bis August im Purpurrosa.

Sandthymian

Während die genannten Pflanzen – allen voran das Sedum –  für dünne Substratschichten empfohlen werden, braucht es für viele weitere Gründach-geeignete Gewächse etwas mehr Substrat (ab 6 bis 8 cm).

Für diese Substratdicke gibt es im Handel auch spezielle Dachgrünmischungen aus Kräutern, Gräsern und Blühstauden.  Wir empfehlen den Kauf von Saatgut, Sprossen und Pflanzen bei Anbietern, die sich auf Dachbegrünungen spezialisiert haben.

Dachbegrünung Carport: Förderung ist möglich

Bevor Sie Ihren Carport begrünen, sollten Sie erkunden, ob nicht eine öffentliche Förderung in Frage kommt. Im Rahmen einer klimaangepassten und wassersensiblen Stadtentwicklung werden solche Projekte auch mit öffentlichen Fördergeldern unterstützt. Förderprogramme gibt es auf Bundes- und Landesebene, aber zunehmend fördern auch Städte und Gemeinden die Dachbegrünung von Wohngebäuden, Garagen und Carports.

Da sich die verschiedenen Förderprogramme und Förderbedingungen laufend verändern, verweisen wir hierzu auf die umfangreiche Info-Seite „Förderung von Dach- und Fassadenbegrünungen“ des Bundesverbands GebäudeGrün e.V.. Sie finden dort die Ergebnisse der jährlichen Umfrage zu Förderprogrammen der Städte, sowie verschiedene Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene.

***

Mehr zum Thema:

 

 

Titelbild Bundesverband GebäudeGrün e.V. , Artikelbild 1 und 2: ©ZinCo GmbH, Pflanzenbilder: Pixabay.