Dachbegrünung auf dem Gartenhaus

Dachbegrüntes Gartenhaus

Ein Gartenhaus, auf dem es grünt und blüht, muss kein Traum bleiben! Da die Dachflächen kleiner und die Haushöhen niedriger sind als bei Wohnhäusern, können Sie Ihr Gartenhausdach sogar selbst zum Gründach umgestalten.  Welche Vorteile die Dachbegrünung auf Gartenhäusern hat und was Sie für die Umsetzung wissen müssen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Inhalt:

Was bringt die Dachbegrünung auf dem Gartenhaus?

Begrünte Gartenhäuser sehen nicht nur wunderschön aus, sondern haben auch ganz praktische Vorteile:

  • Schutzschicht:  das Dach selbst wird durch die Begrünung vor UV-Strahlen, Frost und Hagel geschützt.  Flachdach-Abdichtungen sind unter diesem Schutz langlebiger.
  • Dämmung:  Wärmedämmung im Winter, Hitzeschutz im Sommer – die Begrünung mit dem durchwurzelten Substrat wirkt als natürliche „Klimaanlage“.
  • Ersparnis: Wer sein Gartenhaus im Winter beheizt, um es zu nutzen oder Pflanzen zu überwintern, spart dadurch sogar Heizkosten. Es fallen auf lange Sicht auch weniger Dachreparaturen an, weil das Dach durch die Begrünung geschützt wird.
  • Luftverbesserung:  ein voll bepflanztes Dach heizt sich nicht nur kaum auf, sondern erhöht auch die Luftfeuchtigkeit und trägt zu einem angenehmeren Kleinklima rund ums Gartenhaus bei. Gründächer speichern bis zu 90 % des Regenwassers und geben es erst nach und nach durch Verdunstung an die Umgebung ab. Auch Staub und andere Luftbelastungen werden von den Pflanzen gemindert.

Neben dem konkreten Nutzen, den das Gründach seinen Besitzern bringt, sind in Zeiten des Klimawandels auch die positiven Wirkungen auf die Umwelt bedenkenswert:

  • Das Gründach gibt der Natur die Fläche zurück, die ihr durch seinen Aufbau genommen wurde.
  • Die Bepflanzung gibt Insekten und Kleinstlebewesen Lebensraum, die wiederum Vögeln als Nahrung dienen.
  • Begrünte Dächer binden CO² aus der Luft und tragen so zur Reduzierung des Treibhauseffekts bei.

Neben alledem ist der Hingucker-Effekt eines begrünten Gartenhauses nicht zu verachten! Je nach Jahreszeit verändert sich die Optik des Dachs, andere Pflanzen blühen und ergeben einen urigen, naturnahen Eindruck. Ihre Nachbarn werden Sie beneiden!

Gründach auf Gartenhaus

Welche Dachbegrünung fürs Gartenhaus?

Dachbegrünungen unterscheiden sich im Aufwand, in der Bepflanzung und der Bauart. Man spricht von „intensiver“ und „extensiver Dachbegrünung“, die sich wie folgt unterscheiden.

  1. Intensive Dachbegrünung
    Mit der intensiven Dachbegrünung entstehen aufwendige Dachgärten, für die eine sehr dicke, bis zu einem Meter hohe Erdschicht aufgebracht wird. Wegen der hohen Dachbelastung wird diese Art Begrünung meist beim Bau eines Hauses schon mitgeplant, das die statischen Voraussetzungen mitbringen muss. Auf einem intensiv begrünten Dach können vielerlei Pflanzen, Büsche und sogar kleine Bäume wachsen. Es muss jedoch auch bewässert und gepflegt werden.
  2. Extensive Dachbegrünung
    Mit viel weniger Aufwand lässt sich ein Dach extensiv begrünen. Mit einer nur 6 bis 12 cm hohen Substratschicht und robusten, trockenheitsliebenden Pflanzen bleibt die Belastung im Rahmen, weshalb die meisten Dächer extensiv begrünt werden. Moose und Sukkulenten, Kräuter und niedrige Gräser entwickeln sich auf solchen Dächern prächtig. Abgesehen von der Anwachsphase muss ein extensives Dach nicht bewässert werden. Die Idee ist, das Gründach ganz sich selbst zu überlassen – und das klappt auch in den meisten Fällen!

Für alle Gartenhäuser, Carports und Saunahäuser kommt demnach nur die extensive Begrünung in Betracht.  Deshalb beziehen sich die weiteren Infos in diesem Artikel allein auf diese.

Wichtig für die Dachbegrünung: Die Dachneigung

Ob und mit welchem Aufwand eine extensive Begrünung des Gartenhausdachs möglich ist, hängt von seiner Dachform ab. Neigung und Tragekraft sind dabei die wesentlichen Kriterien.

Für die Neigung des Dachs gilt der Grundsatz: je steiler das Dach, desto schwieriger und aufwändiger ist die Begrünung.  Daraus folgt:

  • Gartenhäuser mit Flachdach (üblicherweise kaum sichtbar 2-3° geneigt) sind am einfachsten zu begrünen.
  • Schrägdächer und Pultdächer bis 8 bis 9° Neigung sind auch noch recht unproblematisch.
  • Ab 10 bis 15° Neigung sind aufwendige Konstruktionen nötig, um einen geregelten Wasserhaushalt zu gewährleisten und das Abrutschen der Bepflanzung zu verhindern.
  • Grundsätzlich möglich sind Dachbegrünungen bis 45° Dachneigung, die jedoch spezielle Schubsicherungssysteme mit Netzen, Platten und Trägern benötigen – alles Elemente, die auch das Gewicht erhöhen, das auf dem Dach lastet.

Tipp: Die Flachdächer auf den Gartenhaus-Modellen der Gartenhausfabrik haben in der Regel ein Gefälle von maximal 3°, die Pultdächer sind 4,3 bis max 6,3° geneigt. Somit sind alle Flach- und Pultdachhäuser ohne besonderen Aufwand zur Schubsicherung begrünbar – auch im DIY!

Begrenzender Faktor: Die Tragkraft des Dachs

Die Tragkraft des Dachs ist ein weiterer, begrenzender Faktor für die Möglichkeit einer Dachbegrünung. Das Dach muss nicht nur die Aufbauschichten und die Bepflanzung tragen, sondern auch das Wasser, das sich bei Regen im Substrat sammelt – eine nicht unerhebliche Mehrbelastung.

Wieviel Gewicht muss das Dach also tragen können? Für die extensive Begrünung eines Flach-oder schwach ansteigenden Pultdachs rechnet man mit ca. 100 Kilo Gewicht pro Quadratmeter.  Verschiedene Anbieter von Begrünungsmaterialien sprechen von 80–170 kg/m², Leichtdachbegrünungen (bis 5° Neigung) mit wenig Substrat belasten das Dach mit 30 bis 50 kg/m².

Für die extensive Begrünung mit geringer Substrathöhe sind Gartenhäuser mit Flach- und niedrigen Schrägdächern in der Regel geeignet. Die Gartenhäuser der Gartenhausfabrik verfügen zudem über eine extra starke Dachkonstruktion, die höhere Schnee- und Windbelastungen aushält.  Da sich die Tragkraft der Dächer je nach Hausgröße und Modell jedoch unterscheidet, empfehlen wir eine Anfrage vor dem Kauf bzw. vor einer geplanten Dachbegrünung.

Gerne können Sie uns anrufen und sich beraten lassen:
Unsere kostenfreie Fachberatung (030 233 267 170) erreichen Sie Montags bis Freitags von 9:00 bis 18:00 Uhr und Samstags  von 9:00 bis 13:00 Uhr.

Option: Statik Service nach deutscher Norm
Für individuelle Ausbauten wie aufwändige Begrünungen mit Rutschsicherungen können wir für fast alle unsere Gartenhäuser Statik-Berechnungen liefern. Hierfür berechnen wir – abhängig von Größe und Ausführung des jeweiligen Gartenhauses –  eine einmalige Kostenpauschale. Die Erstellung einer Statik-Berechnung dauert ca. 3-4 Wochen. Unsere Statik-Berechnungen werden von einem in Deutschland zugelassenen Statiker erstellt und sind daher nur für Deutschland zugelassen.

Gründach

Das Gartenhausdach begrünen: Der Schichtaufbau

Um ein Flachdach oder Pultdach mit geringer Steigung extensiv zu begrünen, braucht es verschiedene Schutz- und Drainageschichten, damit das Projekt gelingt:

  1. Schutzvlies:  als erste Schicht kommt ein schützendes Vlies auf das Dach. Als Basis schützt es nicht nur das Dach, sondern sorgt auch dafür, dass sich Dach und aufliegende Gründachschichten unabhängig voneinander bewegen können (schrumpfen oder ausdehnen).
  2. Wurzelfolie:  Das Dach an sich ist zwar bereits dicht, doch nicht unbedingt gegen Wurzeldruck geschützt. Wurzelwachstum entfaltet Kräfte, die auf Dauer durchaus im Stande sind, die Eindeckung zu beschädigen! Ist bereits eine wurzelfeste Eindeckung vorhanden, braucht es keine extra Wurzelfolie. Bitumen-Materialien sind in der Regel nicht wurzelfest, wohl aber EPDM-Folien, die auf Flachdächern häufig genutzt werden. Wurzelfolien können aus verschweißten PVC-, Synthese-Kautschuk-Bahnen oder aus PE-Folie bestehen.
  3. Schutzvlies: soll Schüttgut als Drainageschicht dienen, schützt dieses Vlies die Wurzelfolie vor eventuellen Beschädigungen durch kleine Steine. Werden Drainagematten verwendet, kann sie evtl. entfallen.
  4. Drainageschicht:  es folgt eine Drainageschicht, die für die gute Entwässerung sorgt und Staunässe vermeidet. Trockenheitsliebenden Pflanzen für die extensive Begrünung vertragen Staunässe gar nicht! Da die Drainageschicht Regenwasser aufnimmt, dient sie auch als Speichermedium in Trockenphasen, so dass ein solches Dach nicht extra bewässert werden muss.
  5. Schutzvlies/Filtervlies:  sorgt dafür, dass keine Feinstoffe aus der Vegetationstrageschicht in die Drainage geschwemmt werden und diese verstopfen. Auch dieses Vlies, das durchwurzelbar sein sollte, speichert zusätzliches Wasser für die Pflanzen.
  6. Vegetationstrageschicht / Dachsubstrat:  die Schicht, in der die Pflanzen wurzeln. Normale Pflanzerde ist völlig ungeeignet, denn die extensive Dachbegrünung benötigt ein extrem gut durchlässiges, sehr humusarmes Substrat. Der Handel bietet verschiedene Dachsubstrate an, sowohl als Schüttstoff als auch in Matten-bzw. Plattenform.  Es sind rein mineralische, sowie mi­ne­ra­li­sch-or­ga­ni­sche Substrate erhältlich.
  7. Die Pflanzschicht:   zur Begrünung eignen sich Samenmischungen, schnell wurzelnde Sprossen, vorgezogene Jungpflanzen oder komplette Vegetationsmatten, die man auslegen kann wie Rollrasen.

Der hier vorgestellte Schichtaufbau ist ein ideales Beispiel unter mehreren Möglichkeiten. Je nach gewählten Schichtmaterialien können einzelne Schichten entfallen oder noch hinzu kommen. Der Handel bietet auch Komplettsysteme für die Dachbegrünung an, die einige oder alle erforderlichen Schichten und Materialien enthalten. Sie sind vergleichsweise teuer, doch entfällt dafür der Aufwand für Planung, Recherche und Einkauf bei mehreren Händlern.

Dachbegrünung selber machen:
10 Schritte zum perfekten Gründach

Eine Anleitung für alle Dacharten zu geben, würde den Rahmen dieses Ratgebers bei weitem sprengen. Wir beschränken uns daher auf den beispielhaften Ablauf, wie er für die extensive Begrünung eines Flachdachs typisch ist.

  1. Planung und Materialbeschaffung: Messen Sie das Dach aus und erstellen Sie eine Liste der zu beschaffenden Materialien. Bei großen Gartenhäusern ist die Einplanung eines Randstreifens aus Kies bedenkenswert, der die Begehbarkeit des Dachs erleichtert. Auch der Wasserabfluss über eine Regenrinne muss gewährleistet sein, sofern noch nicht vorhanden. Denken Sie auch an die nötigen Leitern und Werkzeuge für den Aufbau! Ist alles Nötige vor Ort, kann es los gehen.
  2. Dachfläche reinigen:  das Dach muss sauber bzw. mindestens besenrein sein. Vor allem dürfen keine Steinchen, Zweige oder andere spitzen Materialien auf dem Dach verbleiben.
  3. Erstes Schutzvlies zurecht schneiden und flächendeckend auslegen.
  4. Wurzelfolie darauf auslegen, sofern das Dach keine wurzelfeste Eindeckung hat. Sind mehrere Folien nötig, sollten sie sich ca. 15 cm überlappen.
  5. Ein weiteres Schutzvlies auf der Wurzelfolie auslegen, sofern eine Drainage aus Schüttgut (Kies etc.) geplant ist. Werden Drainagematten oder -Folien verwendet, kann es evtl. entfallen (Anwendungshinweise der Hersteller beachten!).
  6. Kiesfangleisten umlaufend anbringen, damit weder Kies noch Substrat in die Regenrinne rutscht und sie verstopft.
  7. Drainageschicht aufbringen – entweder eine Schicht Kies, Blähton oder spezielle Drainagematten, die deutlich leichter sind und sich für Gartenhäuser meist besser eignen.
  8. Dachsubstrat aufbringen und gleichmäßig verteilen.
  9. Dach bepflanzen:  Samenmischung ausstreuen, Sprossen verteilen oder vorgezogene Jungpflanzen setzen. Fertige Vegetationsmatten aus dem Handel sind der schnellste Weg zum begrünten Dach.
  10. Angießen nicht vergessen! In der  Anwachsphase muss weiterhin bewässert werden, damit Samen, Sprossen und Jungpflanzen nicht austrocknen, später nicht mehr.

Pflanzen für extensive Dachbegrünung

Welche Pflanzen für die extensive Dachbegrünung?

Erst die Bepflanzung macht ein Gründach zum echten Highlight, umso mehr, je abwechslunsreicher das Dach bepflanzt ist. Dann grünen und blühen immer andere Arten, das Dach verändert sich mit den Jahreszeiten – einfach wunderschön!

Für gartenhaustypische Dachbegrünungen mit wenig Substrat und geringer Aufbauhöhe kommen allerdings nur nur sehr anspruchslose, trockenheitsliebende Pflanzen in Betracht. Sie müssen über Jahre pralle Sonne, heftigen Wind, starken Regen, Schnee und Frost ertragen. Dennoch ist die Auswahl relativ groß, wir müssen uns hier auf ein paar wenige „Stars“ unter den Dachbegrünungspflanzen beschränken. Es sind durchweg Gewächse, die sich auch im Steingarten wohl fühlen.

Folgende Pflanzen sind vielfach im Einsatz und kommen mit relativ wenig Substrat zurecht:

Sedum
Viele Gründächer werden ausschließlich mit den sukkulenten (=wasser speichernden) Sedums bepflanzt. Das ist nicht etwa eintönig, wenn darauf geachtet wird, unterschiedliche Arten und Sorten zu verwenden. Die Sedums sind mit 420 Arten die artenreichste Gattung in der Familie der Dickblattgewächse. Deutsche Namen sind z.B. Fetthenne und Mauerpfeffer. Hier ein paar Beispiele, die zeigen, wie unterschiedlich Sedum-Arten aussehen können:

Sedumarten

Hauswurz (Sempervivum)
Die Hauswurz ist ebenfalls ein Dickblattgewächs, auch bekannt unter dem romantischeren Namen „Steinrose“.  Der lateinische Name Sempervivum bedeutet „immer lebend“, was schon darauf hin weißt, wie genügsam die attraktiven Rosettenpflanzen sind. Zwar lebt die einzelne Hauswurz nicht „für immer“, sondern stirbt nach ihrer spektakulären Blüte ab. Dann aber hat sie bereits Tochterrosetten gebildet, die in direkter Umgebung mehr als genug Nachwurs ergeben.

60 Arten und über 5000 Sorten zeigen, wie vielfältig Sempervivums sind. Pflanzt man mehrere Arten zusammen, können auch ganz neue Arten entstehen.

Hauswurzarten

Steinbrech (Saxifraga)
Eine anspruchslose, robuste Steingartenpflanze, die es in unzähligen Arten gibt. Viele der 450 Arten sind Blattsukkulenten und breiten sich in Polstern aus. Einige Steinbrech-Arten gedeihen in alpinen Höhen. Auf dem Dach entwickelt sich Steinbrech hervorragend, weshalb er gerne zur Auflockerung in Sedum-Dächer gesetzt wird.

Steinbrech

Sand-Thymian (Thymus serpyllum)
Auch anspruchslose Kräuter gedeihen auf dem extensiv begrünten Dach. Der Sand-Thymian erreicht eine Höhe von 5 bis 19 cm, breitet sich kriechend in Teppichform aus und blüht im Juni bis August im Purpurrosa.

Sandthymian

Während die genannten Pflanzen – allen voran das Sedum –  für dünne Substratschichten empfohlen werden, braucht es für viele weitere Gründach-geeignete Gewächse etwas mehr Substrat (ab 6 bis 8 cm).

Für diese Substratdicke gibt es im Handel auch spezielle Dachgrünmischungen aus Kräutern, Gräsern und Blühstauden.  Wir empfehlen den Kauf von Saatgut, Sprossen und Pflanzen bei Anbietern, die sich auf Dachbegrünungen spezialisiert haben.

***

Sie haben noch kein Gartenhaus, sondern sind noch mitten in der Planung? Dann lesen Sie unseren Ratgeber Das Gartenhaus planen mit Infos über Materialien, Dachformen, Anstrich und Aufbau-Logistik bis hin zu Kostenplan und Finanzierung.

Titelbild: ©Gartenhausfabrik
Artikelbilder: Bild 1, 4: ©ZinCo GmbH, 2, 3 ©Gartenhausfabrik, Pflanzenbilder: Pixabay.