Das Gartenhaus als Hühnerstall nutzen

Gartenhaus als Hühnerstall? Symbolbild

Ein Gartenhaus lässt sich recht einfach als Hühnerstall nutzen. Es braucht nur ein paar kleine Veränderungen, um glücklichen Hühnern ein Zuhause zu bieten. Welche Gartenhäuser sich als Hühnerhaus eignen und wie Sie es artgerecht ausbauen und einrichten, erfahren Sie in diesem Ratgeber.


Inhalt:

Wie groß sollte ein Gartenhaus als Hühnerstall sein? Und aus welchem Material?

Wer nach „Hühnerstall“ sucht, trifft auf Komplettangebote, die auf dem Foto groß genug aussehen und sogar sehr günstig sind. Erst bei genauer Sichtung des Kleingedruckten wird erkennbar, dass diese Gehäuse äußerst winzig sind, von Haltbarkeitskriterien und Standfestigkeit ganz zu schweigen. Dass sie aus dünnem Sperrholz bestehen, merken Kaufwillige erst beim Aufbau. Eine artgerechte Hühnerhaltung, die für gesunde Hühner und regelmäßigen Eiersegen sorgt, ist in solchen Mini-Ställen minderer Qualität nicht zu machen.

Die richtige Größe für ein Gartenhaus, das zum Hühnerstall werden soll, hängt natürlich von der Zahl der Hühner ab, die darin leben sollen.  Im Hobby-Bereich werden meist bis zu zehn Hühner gehalten, für die ein Gartenhaus mit ca. drei bis fünf Quadratmeter Grundfläche ausreicht. Natürlich nur, wenn den Hühnern auch noch eine Voliere bzw. ein Freilauf zur Verfügung steht.

Im Shop der Gartenhausfabrik können Sie die Suche bequem auf Gartenhäuser bis 5 m² filtern. Von der Größe her passt zum Beispiel das Gartenhaus Anna 28 (3,4m²), das Gerätehaus Dan 4,5 m² und das Gartenhaus Annika 28 A (4,5 m²)

Drei kleine Gartenhäuser
von links: Gartenhaus Anna 28, Gerätehaus Dan 4,5 m², Gartenhaus Annika 28 A

Natürlich können Sie Ihren Hühnern auch mehr Fläche gönnen! Einzelne Legenester und Sitzstangen lassen sich im größeren Hühnerstall lockerer platzieren und Sie haben selbst mehr Platz bei der regelmäßigen Reinigung. Wenn die Hühner mal tagsüber drinnen bleiben müssen, z.B. wegen extremem Frost oder wenn gerade Stallpflicht herrscht, sind sie für etwas mehr Bewegungsraum durchaus dankbar.

Sofern der Höhnerstall direkt ans Wohnhaus angrenzen soll, käme übrigens auch ein Anlehnhaus in Betracht wie z.B. das Modell Pulti 44 D mit 5 m² Grundfläche.

Ein Holzhaus sollte es sein, kein Metallgerätehaus!

In jedem Fall sollte das gewählte Gartenhaus aus Holz bestehen. In einem Holzhaus herrscht ein gesundes Raumklima, das Holz „lebt und atmet“ und die Hühner fühlen sich darin wohl. Keine gute Idee ist dagegen die Verwendung eines Metallgerätehauses. Im Sommer wäre es wegen der Materialerhitzung zu heiß und im Winter zu kalt. Meist fehlen  Fenster, die Belüftung ist nicht ausreichend und es entsteht Schwitzwasser an den Wänden.  Schiebetüren aus Metall frieren im Winter sogar gelegentlich zu. Hühnerfreunde, die es ausprobiert haben, berichten von schlechten Erfahrungen und sind wieder davon abgekommen. Also besser gar nicht erst damit anfangen!

Belichtung und Beleuchtung: Braucht ein Hühnerstall Fenster?

In früheren Zeiten wurden Hühner durchaus in fensterlosen Hühnerställen gehalten. Bei Sonnenaufgang kam ein fürsorglicher Frühaufsteher, um sie in den Freilauf zu entlassen. Heute sieht man das anders: ein Hühnerstall sollte mindestens eins, besser sogar zwei Fenster haben.  Für Zeiten, die die Hühner entgegen ihrer inneren Uhr im Stall verbringen müssen, ist möglichst viel Licht für ihr Wohlbefinden erforderlich.

Gartenhaus und Fenster

Das kleine Gartenhaus Dilly 28 (4 m²) hat zum Beispiel eine halbhoch verglaste Tür und auf der Seite ein weiteres großes Fenster.  Zum nachträglichen Fenstereinbau in jedes Gartenhaus aus Holz finden Sie in unserem Shop verschiedene Einzel- und Doppelfenster, sowohl dreh- als auch kippbar.

Und Strom? Künstliches Licht benötigen die Hühner nicht. Allerdings gibt es gute Gründe, im Hühnerstall Strom zu nutzen:

  • Reinigungsarbeiten an dunklen Wintertagen sind  leichter durchzuführen, wenn im Gartenhaus Licht angeschaltet werden kann.
  • Herrscht Frost, wollen Sie vielleicht eine Heizmatte für die Tränke anschaffen, die ebenfalls Strom benötigt.
  • Ebenso die praktischen automatischen Hühnerklappen, die von der Pflicht befreien, die Klappe bei Tagesanbruch selbst zu öffnen und abends zu schließen,
  • Die im Winter verminderte oder ganz aussetzende Legeleistung der Hühner liegt an der Kürze der Tage.  Kundige Hühnerhalter verlängern dann den Tag mittels künstlicher Beleuchtung (Zeitschaltuhr), so dass die Hühner – je nach Rasse unterschiedlich – auch im Winter Eier legen.

Hühner im Stall

Tipp: Sofern also Strom verlegt werden soll,  sollten Sie die nötigen Leitungen bereits beim Fundamentbau für das Gartenhaus mit einplanen.

Welche Wandstärke braucht das Gartenhaus als Hühnerstall?

Das Ur-Huhn lebte in tropischem Klima und hatte es dort angenehm warm. Allerdings ist es den Menschen gelungen, die Hühner binnen einiger tausend Jahre an kältere Gegenden anzupassen. Im Stall sollten sie jedoch nicht frieren müssen, keinesfalls sollte die Temperatur unter den Gefrierpunkt sinken. Gartenhäuser gelten ab einer Wandstärke von 40/44 Millimeter als frostischer, in warmen Weinbaugegenden können auch 28 mm dicke Wände ausreichen. Sofern Sie ein Gartenhaus mit geringerer Wandstärke wählen oder der Standort in einer rauhen Gebirgslage liegt, sollten Sie es zusätzlich dämmen.

Ein Gartenhaus als Hühnerstall braucht effektive Belüftung

Hühner reagieren auf feuchte, stickige Luft sehr empfindlich, auch Zugluft vertragen sie nicht. Die im Stall durch die Tiere entstehende Feuchtigkeit, das ausgeatmete CO² und die Ammoniakdünste der Ausscheidungen müssen mittels guter Belüftung abgeführt werden. Das kann durch geöffnete oder gekippte Fenster geschehen, ebenso durch mehrere Lüftungsgitter, die strategisch günstig, am besten auf gegenüber liegenden Seiten angebracht werden.

Immer ist darauf zu achten, dass die Hühner auf ihren Stangen nicht in Zugluft sitzen müssen. Zudem müssen alle Fenster und andere größere Öffnungen mit Volierengittern („Kaninchendraht“) gesichert werden, um Ratten, Wiesel, Marder und Mäuse draußen zu halten.

Ein Gartenhaus für die Hühner mit oder ohne Holzboden?

Viele Gartenhäuser werden mit Holzboden geliefert. Alleine wäre dieser Boden zu empfindlich, um der Feuchtigkeit und den aggressiven Ausscheidungen der Hühner stand zu halten. Auch das gelegentlich vorgeschlagene dreimalige Lasieren ist nicht zu empfehlen. Statt dessen raten wir dazu, den Holzboden zu montieren und darüber eine Lage günstiger OSB-Platten oder Siebdruckplatten zu verlegen.
Denn einen Boden benötigt ein Hühnerstall durchaus! Er isoliert den Raum nach unten und hält die Hühnerfüße im Winter warm.

Möglich ist auch die Nutzung des Gartenhauses ohne Boden und die Montage dickerer OSB-Platten anstatt des Holzbodens. Wer ganz auf einen Boden verzichtet und z.B. ein Betonfundament als Boden nutzt, muss mit einer sehr dicken Schicht Einstreu für die nötige Isolierung sorgen.

Den Innenraum des Gartenhauses streichen?

Gartenhäuser aus Holz werden meist ohne Anstrich geliefert. Häufig werden sie nach dem Aufbau dann nur außen gestrichen oder lasiert, um im Innenraum die angenehme Atmosphäre des Naturholzes zu genießen.

Im Hühnerstall ist es dagegen vergleichsweise feucht durch die Ausdünstungen der Hühner, ihrer Ausscheidungen und der Tränke. Daher empfiehlt es sich, die Innenwände mit einem Schutzanstrich zu versehen. Ein Anstrich z.B. mit Kieselgur & Kalk verschließt auch kleinste Ritzen. Natürliche Kalkanstriche schaffen eine pilz- und schimmelabweisende Oberfläche allein durch ihren hohen pH-Wert.  Auch die für Hühner schädlichen Milben und  Keime aller Art haben auf Kalk kaum eine Chance.

Hühnerstall

Das Gartenhaus mit Anbau als Hühnerstall mit Voliere

Sobald der Tag anbricht, wollen die Hühner den Stall verlassen. Dazu wird in der Regel eine „Hühnerklappe“ installiert, sowie eine kleine Hühnerleiter.

Als Auslauf sind Hühnervolieren und ein Stück umzäumte Wiese üblich, ideal wäre beides! Der Grund: Immer mal wieder wird in einer Region Stallpflicht angeordnet, um die Hühner vor der Übertragung von Krankheiten durch Wildvögel zu schützen. Wenn dann keine nach oben abgedeckte und zu den Seiten hin gesicherte Voliere zur Verfügung steht, müssen sie im Stall bleiben. Keine gute Situation für Hühner, da die Gefahr viele Tage anhalten kann.

Ein Gartenhaus mit Anbau bietet sich als gute Lösung an: Neben dem umbauten Hauptraum befindet sich ein weiterer, mit überdachter Bereich, der meist auch eine Rückwand hat.

Beispiele für leicht ausbaubare Gartenhäuser mit Anbau sind z.B. das Gartenhaus Gent 28 A (links im Bild) und das Gartenhaus Ella:

Gartenhäuser mit Anbau

Bespannt mit Volierendraht ergibt sich ein schützendes Gehege, das den Vorgaben bei Stallpflicht entspricht. Es bietet auch die Möglichkeit, die in Richtung Anbau installierte Hühnerklappe offen zu lassen, so dass die Hühner jederzeit den kleinen Auslauf nutzen können.

Die Einrichtung: Sitzstangen, Legenester, Hühnerklappe.

Die Nacht verbringen Hühner auf Sitzstangen, die in gut erreichbarer  Höhe montiert werden müssen. Je nach  Hühnerrasse wird eine Höhe von 30 cm (Zwerghühner) bis 70 cm (große Rassen) empfohlen. Für jedes Huhn rechnet man mit 20 bis 25 cm Platz auf der Stange.  Wichtig ist, mehrere Stangen auf gleicher Höhe anzubringen, da Hühner immer den höchsten Schlafplatz suchen und sich sonst um die höhere Stange streiten.

Am besten eignen sich hölzerne Rundstangen als Hühnerstangen, jeweils mit einem Durchmesser, den die Hühner gut umgreifen können. Je nach Rasse sind das vier bis sechs Zentimeter.  Metall ist ungeeignet, denn im Winter ist es viel zu kalt für die Füße der Hühner. Hölzerne Hühnerstangen dürfen keine Risse haben, denn dort könnten sich Milben einnisten, die sich des Nachts an den Füßen der Hühner vergreifen.

Auch Äste lassen sich als Hühnerstangen verwenden. Diese sind jedoch zu hoch angebracht. Die Hüner sollten noch ca. 50 cm Platz über ihren Köpfen haben:

Hühner auf Stange

Tipp: Wird unterhalb der Sitzstangen ein Brett angebracht, das die Ausscheidungen der Hühner auffängt, lässt sich der Stall leichter reinigen!

Legenester sind Kästen mit einem Dach und einer Öffnung, durch die das Huhn die Umgebung sehen kann. Sie sind für Hühner nicht zwingend erforderlich, die ihre Eier auch auf den Boden legen. Für Hühnerhalter ist es allerdings einfacher, die Eier nicht erst suchen zu müssen!  Ob Legenester aus dem Handel, Weinkisten oder umfunktionierte Katzentoiletten genutzt werden, ist Geschmacksache. Wichtig ist lediglich genug weiche Einstreu, damit die Eier keinen Schaden nehmen und das Huhn gut sitzt.

Legenest

In welcher Höhe die Nester angebracht werden sollten, darüber scheiden sich die Geister. Von „auf dem Boden“ bis in  Höhen von 50 bis 80 cm wird sowohl in der Theorie als auch in der Praxis alles vertreten. Es gibt auch Hühner, die nur Nester am Boden nutzen, andere haben es gerne hoch. Recherchieren Sie bei der Wahl der Hühnerrasse, ob es für diese konkrete Empfehlungen und Erfahrungen zur Nesthöhe gibt.

Tipp: Höher als die Sitzstangen dürfen die Nester nicht angebracht sein, denn dann schlafen die Hühner lieber auf ihnen aus auf den Stangen!

Zu guter Letzt darf eine Hühnerklappe nicht fehlen, durch die die Hühner den Stall verlassen können. Sie sollte etwa 50 cm über dem Boden liegen und mit einer Hühnerleiter versehen sein, damit nicht auch Ratten und Mäuse den Eingang nutzen. Man kann einfache Varianten selber bauen oder auf die Hühnerklappen im Handel zurück greifen. Es werden auch automatische Versionen angeboten, die zur vorgegebenen Zeit öffnen und schließen. Sehr bequem, denn so müssen Hühnerhalter nicht immer mit den Hühner aufstehen!

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