Das Gartenhaus winterfest machen

Gartenhaus im Winterwald

Wenn der Winter vor der Tür steht und die Arbeiten im Garten abgeschlossen sind, ist es Zeit, auch das Gartenhaus winterfest zu machen. Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen setzen Gartenhäusern aus Holz zu. Häufiger Regen, Schnee und tiefer Frost können ihm jedoch nichts abhaben, wenn alles in Ordnung ist und weder kleine Macken noch undichte Stellen der Witterung Angriffsflächen bieten. Worauf Sie achten sollten und was vielleicht noch zu tun ist, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Inhalt:

Vorab: Aufräumen für den besseren Durchblick

Sofern Ihr Gartenhaus oder Gerätehaus hauptsächlich zur Aufbewahrung von Werkzeugen, Geräten, Gartenmöbeln und Pflanzmaterialien genutzt wird, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, es einmal auszuräumen. Dabei kann nicht nur aussortiert werden, was nicht mehr gebraucht wird, die Aktion dient auch weiteren praktischen Zwecken:

  • Sie gewinnen den unverstellten Blick auf Boden, Ecken und Wände, um sie auf eventuelle Risse und Schäden zu überprüfen.
  • Grober Schmutz, Staub und Spinnweben lassen sich im leeren Gartenhaus leicht mit einem Besen  entfernen.
  • Feucht durchwischen sollten Sie das Haus allerdings erst im Frühjahr, denn das Holz trocknet in der warmen Sonne viel schneller als im Spätherbst und Winter, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch und die Temperaturen niedrig sind.
  • Öffnen Sie Fenster (falls vorhanden) und Tür, um bei dieser Gelegenheit gleich mal richtig gut durchzulüften!

Ist Ihr Gartenhaus eher ein gemütlich eingerichtetes Wohnzimmer im Grünen, sollten Sie dennoch einmal hinter alle Möbel schauen, ob die Wände völlig in Ordnung sind. Auch ein Blick unter Teppiche ist sinnvoll, um den Zustand des Holzbodens zu checken.

Gartenhaus im Schnee

Der Winter-Check: Gartenhaus auf Schäden prüfen

Um den Winter in guten Zustand zu überstehen, darf keine Feuchtigkeit ins Gartenhaus dringen. Bei Frost würde Wasser gefrieren, sich ausdehnen und vorhandene Schäden vergrößern. Auch Fäulnis und Schimmel hätten gute Chancen, sich an feuchten Stellen festzusetzen und auszubreiten. Damit das nicht passiert, unterziehen Sie das Gartenhaus einem genauen Wintercheck:

  • Ist das Dach dicht?  Prüfen Sie Dachpappe und Bitumenschindeln auf Risse. Auch klassische Dachschindeln können sich lockern, verschieben und Risse bekommen. Auf dem Flachdach ist die Dichtigkeit der Plane zu prüfen. Schauen Sie das Dach auch von innen genau an, evtl. mit einer Taschenlampe. Jeder Fleck Feuchtigkeit ist ein Hinweis auf eine undichte Stelle. Wer fündig wird, sollte die Abdichtung noch vor dem tiefen Winter durchführen!
  • Dachrinne reinigen: Werfen Sie auch einen Blick in die Regenrinnen, falls das Gartenhaus damit ausgestattet ist. Im Herbst werden sie häufig von fallenden Blättern verstopft. Wind und Regen bringen  übers Jahr allerlei Dreck hinein. Reinigen Sie die Regenrinnen und prüfen Sie, ob das Wasser gut abfließen kann. Sollte die Regenrinne Risse aufweisen, müssen sie geflickt oder erneuert werden.
  • Wände in Ordnung? Alle Holzwände des Gartenhauses sollten Sie auf Risse prüfen, durch die Feuchtigkeit eindringen könnte. Holz ist ein Naturmaterial, das bei wechselnden Temperaturen „arbeitet“. Dadurch können sich Blockbohlen verschieben und feine Risse entstehen. Ist der Schutz durch Holzlasur oder Schutzlack noch komplett intakt? Finden sich faule oder schimmelige Stellen im Holz?  Bessern Sie auch kleinste Macken aus, denn aus winzigen Rissen können über den Winter größere werden. Ein neuer Anstrich fürs Gartenhaus trocknet im Frühjahr und Sommer allerdings besser als im feuchten Herbst.
  • Sind alle Fenster dicht?  Sowohl Tür- und Fensterscheiben als auch ihre Dichtungen dürfen keine Risse und Lücken aufweisen. In die Jahre gekommene Gartenhäuser älterer Bauart mit einfachen Verglasungen und ohne Gummidichtungen sind besonders anfällig.  Die Fensterrahmen könnten sich verzogen haben und nicht mehr wirklich dicht sein. Mit einem Streifen Papier lässt sich das einfach testen, der bei geöffnetem Fenster quer zum Rahmen aufgelegt wird. Dann das Fenster schließen und probieren, ob sich der nun eingeklemmte Streifen ohne Kraftanstrenung heraus ziehen lässt.  Wenn ja, müssen die Lücken geschlossen werden, z.B. mit neuen Dichtungsgummis, größere Lücken mit Bauschaum.

Wasserbehälter leeren, Rohre trocken und frostfrei halten

Stehendes Wasser in jeder Form wird im Winter gefrieren, sich ausdehnen und Rohre und Behälter jeder Art beschädigen. Deshalb ist es unverzichtbar, auf durchgängige Trockenheit bzw. Frostsicherheit aller Wasser-führenden Rohre, Tonnen und Sanitäranlagen zu achten:

  • Bei Wohnnutzung: Sofern Sie das Gartenhaus im Winter als Wohnraum oder Büro nutzen und z.B. Waschbecken, WC oder Dusche eingebaut haben, sollten sämtlich Zu- und Ableitungen frostsicher ummantelt sein. In diesem Fall verfügt das Haus vermutlich schon über eine Heizung, die im Innenraum für Wärme bzw. Frostfreiheit sorgt.
  • Im Saison-Gartenhaus: Handelt es sich um ein Gartenhaus, das nur während der Saison genutzt wird, muss jetzt das Wasser abgestellt werden. Schalten Sie den Anschluss ab und öffnen Sie die Wasserhähne, damit alles Restwasser heraus laufen kann. Diese Maßnahme ist wichtig, denn geplatzte Wasserleitungen sollte man nicht riskieren! Ist ein WC vorhanden, das nicht komplett entleert werden kann, gefriert das Wasser darin nicht, wenn Frostschutzmittel (z.B. für Scheibenwaschanlagen) eingefüllt wird.
  • Im Kleingarten: Steht Ihr Gartenhaus in einer Kleingartenanlage, in der die einzelnen Parzellen an ein gemeinsames Wassernetz angeschlossen sind, wird das Wasser zu einem vorgegebenen Termin abgestellt, der nicht individuell gewählt werden kann.
  • Im Außenbereich: Auch Regentonnen müssen entleert werden. Zwar kann das Wasser sich beim Gefrieren ein Stück weit nach oben ausdehnen, doch reicht das meist nicht und viele Tonnen platzen bzw. bekommen Risse. Während des Winters kann das anfallende Regenwasser z.B. über ein flexibles Verlängerungsrohr ins Beet, in die Wiese oder einen etwa vorhandenen Gartenteich abgeleitet werden.

Gartenhaus im Winter heizen?

Ölradiator

Ob ein Gartenhaus im Winter geheizt werden muss, hängt von der Art der Nutzung ab:

  • Gerätehäuser und Gartenhäuser, die lediglich als Aufbewahrungsort für Gartenutensilien genutzt werden, werden normalerweise nicht geheizt.
  • Gartenmöbel aus frostbeständigen Materialien (Aluminium, Edelstahl, Polyrattan, hochwertiges Textilene oder beschichteter Stahl) können ebenfalls im ungeheizten Gartenhaus überwintern. Plastikstühle und Tische sollten jedoch in einem durchweg frostfreien Raum aufbewahrt werden (z.B. Keller).  Bei Kälte können sich winzige Risse bilden, die zwar nicht die Statik, aber die Optik der Möbel verschlechtern, weil sich Staub in ihnen sammelt.
  • Sollen Kübelpflanzen im Gartenhaus überwintert werden, ist eine Heizung unverzichtbar, die das Haus konstant auf der von den Pflanzen benötigte Temperatur hält. (Lesen Sie dazu unseren Ratgeber Pflanzen im Gartenhaus überwintern mit vielen Infos rund ums Winterquartier!)
  • Wird das Gartenhaus über den Winter zum Wohnen oder zum gelegentlichen Übernachten von Gästen genutzt, benötigt es selbstverständlich ebenfalls eine Heizung. Falls Sie eine solche Nutzung erstmalig planen, informiert Sie unser Ratgeber „Welche Heizung fürs Gartenhaus?“ über alle Möglichkeiten – vom Radiator  über den Kaminofen bis zur Infrarot-Heizung.

Die Effektivität jeder Art Heizung wird durch eine Dämmung des Gartenhauses gesteigert.  Wände, Boden und Dach können auch noch nachträglich gedämmt werden. Das hilft nicht nur gegen Frost im Winter, sondern auch gegen zu große Aufheizung im Sommer. Auch eine hohe Wandstärke (ab 40/44 mm) und isolierverglaste Fenster sorgen dafür, dass die Wärme besser gehalten wird – schon ohne extra Dämmung.

Gerätehaus im Schnee

Das Gartenhaus einbruchsicher machen?

Machen wir uns nichts vor: Je entlegener und einsamer ein Gartenhaus steht, desto eher wird es zum Ziel von Einbrechern. Besonders in Kleingartenanlagen, die im Winter kaum besucht werden, häufen sich jedes Jahr die Einbrüche. Steht das Gartenhaus nicht nahe dem Wohnhaus, ist es immer gefährdet und Diebe werden Mittel und Wege finden, einzudringen.

Ob sich eine technische Aufrüstung mit Alarmanlage, Überwachungskameras und Bewegungsmelder für ein Gartenhaus lohnt, ist eine höchst individuelle Entscheidung. Empfehlenswert ist jedenfalls eine Versicherung, die in Kleingartenanlagen sogar Pflicht ist. Das hält die Schäden im Fall des Falles immerhin im Rahmen. Recherchieren Sie mit den Begriffen „Laubenversicherung“ oder „Kleingartenversicherung“ nach geeigneten Angeboten und lassen Sie sich beraten! Eventuell lässt sich das Gartenhaus auch in die Hausratsversicherung aufnehmen bzw. dort mitversichern.

Um Einbrüche zu verhindern oder zumindest zu erschweren, gibt es immerhin ein paar Tipps:

  • Diebe bevorzugen Objekte, die danach aussehen, dass dort etwas zu holen ist. Je weniger Luxus zur Schau gestellt wird, desto unattraktiver wirkt das Gartenhaus für Diebe.
  • Fenster können bei längerer Abwesenheit bzw. über den Winter mit Brettern verkleidet werden, um das Einsteigen zu erschweren bzw. lärmintensiver zu machen.
  • Stehen nur ein paar überwinternde Pflanzen im Gartenhaus, sind große Fenster eher von Vorteil, denn die Diebe sehen, dass hier nichts leicht Wiederverkaufbaren zu holen ist.
  • Abschreckend wirken auch Überwachungskamera-Attrappen, die gut sichtbar angebracht sind.
  • Auch beleuchtete Gartenhäuser werden seltener zum Ziel, denn Diebe munkeln gerne im Dunkeln.

Wertgegenstände sollten Sie auf keinen Fall über längere Zeit im Gartenhaus lagern. Letztlich gibt es nichts, was ein einsam stehendes Gartenhaus hundertprozentig vor den Langfingern schützen könnte, wenn sie es darauf anlegen.

Im Winter: Schnee räumen, lüften, kontrollieren

Auch wenn Sie das Gartenhaus im Winter gar nicht nutzen, sollten Sie ab und zu nach dem Rechten sehen:

Kontrollieren Sie das Gartenhaus auf mittlerweile entstandene Risse und im Innenbereich auf feuchte Stellen.  Auch wenn das bereits bei der Vorbereitung auf den Winter geschehen ist, können  Temperaturschwankungen durch Frost und Tauwetter im Wechsel neue Schwachstellen erzeugt haben – Verschiebungen der Blockbohlen, die Risse im Anstrich nach sich ziehen können. Innenliegende Gewindestangen, wie sie die meisten unserer Gartenhäuser mitbringen, sind übrigens nicht nur perfekte Wind- und Sturmsicherungen. Sie verhindern auch, dass das Holz sich zu stark bewegt, wenn es „arbeitet“.

Schnee entfernen: Schneit es sehr stark und bildet der Schnee eine immer dickere Schicht auf dem Dach, empfiehlt es sich, ihn ab und zu herunter zu kehren. Gartenhäuser der Gartenhausfabrik verfügen über eine extra starke Dachkonstruktion, die auch für höhere Schnee- und Windlastzonen geeignet ist. Es gibt aber auch viele Gartenhäuser, die weniger schneeresistent gebaut sind. Zudem kommt es auf das Alter an, das nicht nur Menschen, sondern auch Gartenhäuser auf Dauer schwächeln lässt.

SchneedachSchnee wird übrigens immer schwerer, je länger er liegt. Während frischer, lockerer Pulverschnee nur 30 bis 50 Kilogramm pro Kubikmeter auf die Waage bringt, wiegt diesselbe Menge feuchtnasser Altschnee bereits 300 bis 500 Kilogramm. Rechtzeitig kehren verhindert also, dass sich eine immer größere Schneelast auf dem Dach ansammelt.

Luftaustausch: Lüften Sie das Gartenhaus gut durch während der winterlichen Kontrollgänge. Frische Luft beugt der Bildung von Schimmel und Stockflecken vor, zu hohe Luftfeuchtigkeit wird gesenkt. Wenn allerdings Pflanzen im Haus überwintern, darf nur an frostfreien Tagen gelüftet werden. Je mehr Pflanzen im Gartenhaus stehen, desto mehr Feuchtigkeit sondern sie ab und umso wichtiger ist das regelmäßige Lüften.

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Wenn Sie weitere Fragen zur Winterfestmachung Ihres Gartenhauses haben, rufen Sie uns gerne an oder nutzen Sie das Kontaktformular