Gartenhaus-Belüftung: So geht’s!

Gartenhaus grau-weiss

Warum ist eine effektive Gartenhaus-Belüftung wichtig? Gartenhäuser aus Holz werden wegen ihres angenehmen und sehr gesunden Raumklimas geschätzt, zu dem die temperaturausgleichende Wirkung des Naturmaterials wesentlich beiträgt. Genau diese positive Eigenschaft des Holzes kann aber auch zu Schäden führen, wenn das Gartenhaus nicht ausreichend belüftet wird. Wie Sie mit der richtigen Belüftung Risse, Feuchtigkeit und Schimmel im Gartenhaus vermeiden, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Inhalt:

  1. Gartenhaus-Belüftung: Warum der Luftaustausch wichtig ist
  2. Drinnen trocken, draußen feucht: Die Gartenhaus-Belüftung harmonisiert den Ausgleich
  3. Mit der richtigen Gartenhaus-Belüftung Feuchtigkeit und Schimmel vorbeugen
  4. Stoßlüften: die optimale Gartenhaus-Belüftung über Türen und Fenster
  5. Wie oft sollte das Gartenhaus gelüftet werden?
  6. Was bringt ein Lüftungsgitter am Gartenhaus?
  7. Gartenhaus-Belüftung solar: Wie sinnvoll ist ein Solarlüfter?
  8. Beim Gartenhauskauf die Gartenhaus-Belüftung mitdenken!

Gartenhaus-Belüftung: Warum der Luftaustausch wichtig ist

Warum sollte man ein Gartenhaus aus Holz lüften, wenn es doch gar keine spürbar schlechte Luft gibt? Wegen der angenehmen Atmosphäre inmitten hölzerner Wände gerät leicht in Vergessenheit, dass effektiv gelüftet werden muss, um die hohe Qualität des „grünen Wohnzimmers“ zu erhalten. Auch wenn Sie Ihr Gartenhaus lediglich als Geräteschuppen nutzen, darf Lüften nicht ganz entfallen. Die Gründe liegen in den Eigenschaften des Holzes, das im Unterschied zu anderen Baumaterialien „lebt und arbeitet“.

Dass im Gartenhaus nahezu nie schlechte, also „verbrauchte“ Luft herrscht, liegt an der „Dampfdurchlässigkeit“ des Holzes. Dank ihr wird die optimale Sauerstoff/Kohlendioxid-Mischung im Innenraum fortlaufend hergestellt, auch wenn sich mehrere Personen darin aufhalten, die Sauerstoff verbrauchen und CO² ausatmen.

Im Gartenhaus aus Holz wird es auch weder zu trocken noch zu feucht, denn die Holzfasern nehmen Feuchtigkeit auf, speichern sie zwischen und geben sie ins Trockenere wieder ab. Dabei ändert sich das Volumen des Holzes, es quillt auf und zieht sich wieder zusammen. Bei hohen und anhaltenden Temperatur- und Feuchtigkeitsunterschieden zwischen Innen und Außen ist Lüften das einzige Mittel der Wahl, um Schäden wie Rissebildung und Schimmel im Gartenhaus vorzubeugen.

Drinnen trocken, draußen feucht:
Die Gartenhaus-Belüftung harmonisiert den Ausgleich

Um es an einem Beispiel zu zeigen: Draußen regnet es bei kühlen 12 Grad, jedoch sitzen Sie gemütlich im Innenraum des Gartenhauses, wo es trocken und mit gut 20 Grad angenehm warm ist. Das Holz gerät während dessen in Stress, denn an der Außenseite nimmt es Feuchtigkeit auf und dehnt sich entsprechend aus, während es auf der Innenseite Feuchtigkeit abgibt und sich zusammen zieht. Nach und nach bilden sich zunächst mikroskopisch kleine Spannungsrisse, die im Lauf der Zeit größer werden können. Das Holz verzieht sich und altert vorzeitig, was nicht sein müsste! Und was so auch nicht passieren wird, wenn regelmäßig gelüftet wird harmonisiert: Frische Luft strömt durch Türen und Fenster herein, Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Innenbereich gleichen sich für kurze Zeit den Bedingungen außerhalb an. Durch die erfolgreiche Gartenhaus-Belüftung wird der geschilderte Prozess verlangsamt und harmonisiert. Spannungen im Holz werden abgebaut und Rissbildungen vermieden.

Ändert sich etwas am Holzverhalten, wenn das Gartenhaus deckend lackiert ist?
Dass das Holz grundsätzlich wie beschrieben „arbeitet“, ist natürlich und lässt sich auch durch Holzschutzgrund und deckende Lackierungen nicht gänzlich verhindern. Hochwertige Produkte bleiben deshalb elastisch, so dass sich das Holz bei unterschiedlichen Temperaturen immer noch etwas ausdehnen und zusammen ziehen kann, ohne dass es Risse gibt.

Mit der richtigen Gartenhaus-Belüftung Feuchtigkeit und Schimmel vorbeugen

Schimmel im Gartenhaus Symbolbild Ein weiteres schädliches Szenario ist Feuchtigkeit im Gartenhaus, die beste Voraussetzung für Schimmelbildung. Bei einer relativen Oberflächenfeuchte von mehr als 70 Prozent und Temperaturen zwischen 0 und 60 Grad Celsius kann sich Schimmel bilden. Die Feuchtigkeit kann aus der Luft kommen, z.B. in Form von kondensierendem Wasserdampf und Tauwasserausfall. Sie kann bei Regen über undichte Stellen eindringen, aber auch in feuchten Möbeln enthalten sein, die im Gartenhaus gelagert werden.

Das „schimmelfreundliche“ Raumklima im Gartenhaus entsteht jedoch erst  aus dem Zusammenwirken von Feuchtigkeit, passender Temperatur und mangelnder Gartenhaus-Belüftung. Im Sommer heizen sich Gartenhäuser  mit geringer Wandstärke durch die Sonneneinstrahlung häufig auf.  Wird dann nicht ausreichend gelüftet, entsteht ein Hitzestau, der bei vorhandener Feuchtigkeit (Wände, Möbel, Dämmung, Bodenbelag) dem Schimmel beste Bedingungen bietet. Selbst wenn Sie das Gartenhaus abdichten, also den Gartenhaus-Boden abdichten, die Gartenhaus-Wände abdichten, das Gartenhaus-Dach abdichten: der ganze Aufwand wird Feuchtigkeit und Schimmelbildung nicht verhindern, wenn Sie nicht auch regelmäßig lüften. Man kommt an der Erkenntnis nicht vorbei: Das Gartenhaus vor Feuchtigkeit schützen heißt regelmäßig und ausreichend lüften!

Tipp:  Wie Sie im Gartenhaus Schimmel entfernen, lesen Sie in unserem Ratgeber „Schimmel im Gartenhaus vorbeugen und bekämpfen„.

Stoßlüften: die optimale Gartenhaus-Belüftung über Türen und Fenster

Genau wie in Wohnhaus und Wohnung gilt auch im Gartenhaus: Die effektivste Lüftung ist die Stoßlüftung! Dabei öffnen Sie alle Fenster und die Tür des Gartenhauses und lassen sie für ca. fünf bis zehn Minuten offen stehen. Der Luftaustausch sowie die damit verbundene Angleichung von Temperatur und Feuchtigkeit erfolgen so schnell, dass die Wände, Möbel und Gegenstände ihre gespeicherte Wärme nicht verlieren. Schon kurz nach dem Schließen der Fenster und Türen ist es wieder genauso temperiert wie vor dem Lüften.

Tipp: Besonders „zügig“ geht das Stoßlüften, wenn das Gartenhaus die Möglichkeit der „Querlüftung“ bietet. Das ist der Fall, wenn auch auf einer zweiten Seite ein Fenster geöffnet werden kann, so dass ein Durchzug entsteht. In einem Gartenschuppen bzw. Gerätehaus mit nur einer Tür könnten Sie den Einbau eines Fenster oder Oberlichts auf der Rückseite in Betracht ziehen. Das ermöglicht dann auch längeres Lüften ohne dass die Türe offen stehen muss.

Wie oft sollte das Gartenhaus gelüftet werden?

Wie häufig die Gartenhaus Belüftung durchgeführt werden muss, hängt von der Häufigkeit und Art der Nutzung ab:

  • Wenn Sie das Gartenhaus als „Grünes Wohnzimmer“, als Hobbyraum oder Party-Location nutzen, braucht es die Gartenhaus-Belüftung alle Stunde für ca. fünf Minuten. Grund: Menschen atmen und schwitzen und geben dadurch viel Wasser in die Umgebung ab – Feuchtigkeit, die durchs Lüften wieder abgeführt werden muss.
  • Sofern Sie Ihr Gartenhaus als Gerätehaus nutzen, also nur zu Aufbewahrungszwecken für Werkzeuge und Unterstellraum für Möbel, dann reicht es aus, ca. ein bis zweimal pro Woche zu lüften.

Tipp: Achten Sie darauf, Möbel und andere Gegenstände nicht zu dicht an die Wände zu schieben. Ein kleiner Abstand sollte für die Belüftung bleiben, damit sich nicht hinter dem Schrank Feuchtigkeit hält und am Ende Schimmel bildet.

Was bringt ein Lüftungsgitter am Gartenhaus?

Lüftungsgitter Eine weitere Möglichkeit zur Gartenhaus-Belüftung ist der Einbau von Lüftungsgittern. Bei etlichen Gartenhäusern im Sortiment der Gartenhausfabrik gehören Lüftungsgitter zum Lieferumfang. Sollte das bei Ihrem Wunsch-Gartenhaus nicht der Fall sein, finden Sie ein Lüftungsgitter-Set (4 Stück) im Shop unter Zubehör.

Der Einbau von Lüftungsgittern ist sehr sinnvoll, denn ein leichter Luftzug durchs Gartenhaus verhindert stehende Luft, wodurch auch Feuchtigkeit bekämpft und Schimmel vorgebeugt wird. Damit diese Luftbewegung entsteht, müssen jedoch mindestens zwei Lüftungsgitter diagonal einander gegenüber an zwei Wänden angebracht werden: idealerweise das eine recht bodennah, das andere recht weit am oberen Ende einer Wand. So wird das Gartenhaus dauerhaft belüftet.

Tipp: Sofern Sie das Gartenhaus als Wohnraum nutzen und zeitweise beheizen, sind anstatt der einfachen Lüftungsgitter verschließbare Lüftungsgitter sinnvoll, wie sie der Handel anbietet. Während der Aufenthalte im beheizten Gartenhaus schließen Sie die Gitter und lüften per Stoßlüftung. Wenn Sie das Haus nicht nutzen, bleiben die Gitter geöffnet und Sie müssen nicht so häufig zum Lüften vorbei kommen.

Gartenhaus-Belüftung solar: Wie sinnvoll ist ein Solarlüfter?

Ein Solarlüfter (bzw. solarbetriebener Abluftventilator) ist ein praktisches Gerät, das allein mittels Sonnenenergie angetrieben wird, die mittels eines zugehörigen Solarmoduls in elektrische Energie umgewandelt wird. So ein Solarlüfter bringt seine Höchstleistung, wenn die Sonne direkt auf das Solarpanel scheint. Scheint sie schwächer, arbeitet der Lüfter langsam oder hört auf zu arbeiten. Von einigen Geräten wird auch behauptet, dass die Solarzellen auch bei bewölktem Himmel ausreichend arbeiten, um den Lüfter mehrere Stunden lang zu betreiben.

Ob es im Einzelfall Sinn macht, einen Solarlüfter am Gartenhaus zu installieren, hängt somit ganz wesentlich davon ab, wie effektiv und wie lange das Solarmodul von der Sonne beschienen wird. Unter hohen Bäumen oder im Gartenhaus im Schatten des Wohnhauses wird die Installation keine verlässliche Lüftung garantieren können. Insbesondere im Winter, wenn viele Gartenhäuser kaum genutzt werden, könnte der Solarlüfter schwächeln – also gerade dann, wenn man ihn besonders braucht.

Tipp: Informieren Sie sich genau über ein Gerät, bevor Sie es anschaffen und lesen Sie Kommentare und Berichte anderer Anwender. So können Sie ein realistisches Bild von der Effektivität des Geräts Ihrer Wahl machen und vermeiden Enttäuschungen!

Beim Gartenhauskauf die Gartenhaus-Belüftung mitdenken!

Sofern Sie ein Gartenhaus, eine Holzgarage oder ein Saunahaus erst noch kaufen wollen, sollten Sie bei der Wahl Ihres Wunschmodells die Gartenhaus-Belüftung gleich mitdenken! Widmen Sie den Fenstern besondere Aufmerksamkeit:

  • Es gibt „feststehende“ Fenster, die sich nicht öffnen lassen, sowie kippbare Fenster und sowohl dreh- als auch kippbare Fenster. Den größten Komfort bieten dreh-kippbare Fenster, die sie zum Dauerlüften auf „gekippt“ stellen, jedoch zum Stoßlüften weit öffnen können.
  • Ein Fenster nicht nur auf der Vorderseite, sondern ein weiteres Fenster auf einer zweiten Seite ermöglicht die schnelle Querlüftung. Insbesondere große Innenräume und mehrzimmrige Freizeit-Häuser können umso besser gelüftet werden, je mehr Fenster auf unterschiedlichen Seiten sie mitbringen.

Prüfen Sie auch, ob Lüftungsgitter zum Lieferumfang gehören. Wenn nicht, erwerben Sie solche als Zubehör dazu, sofern Ihr Gartenhaus auch mal längere Zeit ohne Stoßlüftung auskommen muss.

Zu guter Letzt:  Ihr Wunschmodell hat nicht genau die Fenster, die Sie sich wünschen? Kein Problem, Gartenhäuser nach Kundenwunsch sind unser Spezialgebiet! Kleine Änderungen wie andere oder mehr Fenster, eine andere Wandstärke oder Dachform sind Variationen, die uns nicht vor Probleme stellen. Nutzen Sie das Kontaktformular, um uns Ihre Wünsche mitzuteilen oder rufen Sie uns an, wir finden garantiert eine Lösung!

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