Gartenhaus ohne Fundament – was geht?

Gartenhaus ohne Fundament Symbolbild

Braucht denn jedes Gartenhaus ein Fundament? Beim Gedanken an den mühevollen Bau eines Betonfundaments stellen sich viele diese Frage. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Gartenhäuser ohne Fundament auskommen und welche Alternativen es gibt, um dennoch die erforderliche Stabilität zu gewährleisten.

Inhalt:

Gartenhaus ohne Fundament – wer braucht es?

Dass ein Gartenhaus ohne Fundament vielfach nachgefragt wird, liegt nicht am hohen Aufwand für dessen Bau alleine. Es gibt weitere gute Gründe bzw. zwingende Vorgaben, die zumindest ein Betonfundament aussschließen:

  1. In den meisten Kleingärten, für die das Bundeskleingartengesetz gilt, ist der Bau von Betonfundamenten mittlerweile verboten. Zum einen, weil die dauerhafte Bodenversiegelung aus ökologischen Gründen unerwünscht ist, zum anderen, weil ein Betonfundament die Gestaltungsfreiheit des Nachpächters deutlich einschränkt.
  2. Auch für „verfahrensfrei“ (=ohne Baugenehmigung) zu errichtende Gartenhäuser gilt in manchen Bundesländern und Gemeinden die Vorgabe, dass es nicht auf einem dauerhaften Betonfundament stehen darf.
  3. Ein Gartenhaus, das ganzjährig als Arbeitszimmer genutzt wird, kann von Selbstständigen als „bewegliches Wirtschaftsgut“ von der Steuer abgesetzt werden. Um jedoch als „beweglich“ zu gelten, darf es nicht auf festen Betonfundamenten stehen, sondern muss sich ohne Rückstände im Boden abbauen und wieder aufbauen lassen.

Es wundert also nicht, dass das „Gartenhaus ohne Fundament“ häufig gesucht wird. Selbst dann, wenn keine zwingenden Gründe gegen ein Betonfundament sprechen, wirkt der absehbare Aufwand erschreckend: Boden ausschachten, begradigen und verdichten, Wände verschalen, Kiesschicht einfüllen und verdichten, Frischbeton in Schichten einfüllen, dazwischen Stahlmatten als Armierung – das ist für Hobby-Gärtner oft wirklich zu viel DIY!

Die drei Funktionen eines Fundaments

Ob ein Gartenhaus ohne aufwendiges Fundament auskommen könnte, hängt davon ab, ob dessen Funktionen am Stellplatz entbehrlich sind oder durch andere Konstruktionen ersetzt werden können.

Was also leistet ein Fundament bei einem Gartenhaus aus Holz?

  1. Das Fundament sorgt für eine ebene Stellfläche, denn Naturboden ist in aller Regel nicht eben. Steht das Garenhaus aber schief, kann es sich leicht verziehen und ist weniger lange haltbar.
  2. Das Fundament schützt vor aufsteigener Nässe von unten. Gelagerte Utensilien können ohne diesen Schutz nicht dauerhaft trocken gehalten werden.
  3. Ein Fundament verteilt die Lasten des Gartenhauses gleichmäßig. Es verhindert, dass die horizontalen und vertikalen Lasten auf Dauer zu unregelmäßigen Senkungen des Bodens führen.

Es liegt auf der Hand, dass auf diese wichtigen Funktionen nicht verzichtet werden kann, wenn man am neuen Gartenhaus lange Freude haben will. Das bedeutet jedoch nicht, dass es immer eine aufwendig herzustellende Betonplatte sein muss. Schließlich ist ein Gartenhaus aus Holz viel leichter als ein Haus aus Stein, für die Betonfundamente ursprünglich gedacht waren. Es gab nur lange Zeit keine Alternativen.

Kleine Gartenhäuser ohne Fundament?

Drei kleine Gerätehäuser

Sehr kleine Garten- und Gerätehäuser  benötigen für Ihre Stabilität nicht zwingend ein Fundament, sofern der Boden einigermaßen eben ist. Sie bringen wenig Gewicht mit, so dass die Lastenverteilung keine große Rolle spielt. Dennoch profitieren sie von einem Fundament oder einer gleichwertigen Alternative, denn es bleibt die Problematik der Feuchtigkeit von unten. Holz sollte einfach nicht direkt auf der Erde stehen, selbst dann nicht, wenn die Basishölzer des Gartenhauses vorimprägniert sind (wie bei den Bausätzen der Gartenhausfabrik üblich).

Es gibt zum Glück Alternativen, die für ein Gerätehaus ausreichen können:

  1. Kleine Geräteschuppen können auch auf verdichtetem Erdboden stehen. Eine feste Schicht aus Kies als Untergrund ist dennoch zu empfehlen, um dem Schuppen ausreichend Halt zu geben. Dringt dann doch einmal Feuchtigkeit ein, steht man auch nicht gleich im Schlamm!
  2. Kleine, leichte Gartenhäuser in Ständerbauweise können mittels Pfostenträgern (Einschlaghülsen) errichtet werden, die in verschiedenen Größen erhältlich sind.  Sie werden in den Boden gehämmert und dienen als Verankerung für die Ständer des Gartenhauses.

Natürlich erübrigt sich ein extra Fundament auch dann, wenn ein Gartenhaus auf einer ebenen, bereits asphaltierten oder geplättelten Fläche errichtet wird.

Ein Kiesbett als Fundament-Alternative

Für kleine Geräteschuppen oder Gartenschränke genügt häufig eine dicke Kiesschicht. Dank der Schicht fließt Wasser gut ab und die Stabilität des Bodens bleibt lange erhalten. Das Kiesbett muss etwas größer sein als die Standfläche des Schuppens, um rundherum noch genügend Abstand zur Erde zu halten.

Um ein Gerätehaus im Kiesbett zu errichten, muss zunächst der Boden ausgeschachtet und geebnet werden. Wurzeln und Steine sind zu entfernen, Für die Tiefe bzw. Dicke der Kiesschicht werden mindestens 10 cm empfohlen, besser wären 20 cm.  Nach dem Einfüllen sollte der Kies noch ein wenig verdichtet werden.

Einfach machbar: Wegeplatten als Fundament

Das Fundament aus Wegeplatten ist die einfachste Alternative zu einem aufwendigen Betonfundament. Es ist mit vergleichsweise wenig Aufwand zu bauen und reicht für kleine, leichte Geräteschuppen und Gartenhäuser. Auch Gewächshäuser werden auf solchen Fundamenten errichtet.

Plattenfundament aus Wegeplatten

Einige  Kunden haben auch schon etwas größere Gartenhäuser auf korrekt verlegten Wegeplatten-Fundamenten errichtet – letztlich ist es dann eine Frage der Risiko-Bewertung, ob man sich für diese Variante entscheidet.

Geeignete Wegeplatten sind 30 x 30, 40 x 40 oder 50 x 50 cm groß und mehrere Zentimeter dick. Große punktuelle Belastungen vertragen sie nicht, sie würden einfach durchbrechen. Um die Platten stabil und gerade zu lagern, muss zuerst eine ca. 30 cm tiefe Grube ausgehoben werden, die dann mit je einer Schotter- und Kiesschicht zu befüllen ist. Die Schichten sind zunächst zu verdichten (eine Rüttelplatte kann im Baumarkt ausgeliehen werden), dann folgen die Wegeplatten, die zuletzt mit Sand eingeschlämmt werden. Um das Gartenhäusschen herum schützt eine Schicht Zierkies vor Spritzwasser.

Einfach einschrauben: Das Schraubfundament

Bei dieser zunehmend beliebten Fundamentart werden große Fundamentschrauben in den Grund getrieben und an einem hölzernen Fundamentrahmen befestigt, der sie alle verbindet und stabilisiert. Diese Version eines „Fundaments“ entspricht wohl am besten den Vorgaben, wenn ein „rückstandsfreier Abbau“ gewährleistet sein soll. Es eignet sich auch für größere Gartenhäuser, doch sollte man den Aufbau dann besser Profis überlassen, die Erfahrung damit haben.

SchraubfundamentDer Boden muss kompakt und gut verdichtet sein. Steine, massive Wurzeln und Bauschutt sind als Untergrund ungeeignet.

Wenn der Boden passt, ist das Schraubfundament eine elegante, Material- und Arbeit sparende Lösung, die zudem leicht rückbaubar ist. Der Boden wird nur an wenigen Punkten berührt, es findet keine Versiegelung statt, die Umwelt wird geschont. Weil ein kleiner Abstand zwischen Boden und Fundamentrahmen bestehen bleibt, ist auch nicht mit Schäden durch Feuchtigkeit und Schimmel zu rechnen. leichte Gefälle im Boden können mittels der Schrauben ausgeglichen werden.

Beim Aufbau des Gartenhauses werden dessen Basishölzer auf den fertigen Fundamentrahmen montiert, und zwar quer zu den Bodenlatten des Rahmens, als sogenannte „Konterlattung“. Kein anderes Fundament kann so schnell errichtet werden wie das Schraubfundament.

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