Schimmel im Gartenhaus vorbeugen und bekämpfen

Schimmel im Gartenhaus Symbolbild

Schimmel im Gartenhaus ist nicht nur optisch ein Problem. Wenn er sich ungehindert ausbreitet, kann er die Substanz des Hauses angreifen. Schimmel gefährdet auch die Gesundheit von Mensch und Haustier und riecht modrig.  Gute Gründe, um rechtzeitig einzugreifen! Wie Sie Schimmel im Gartenhaus vorbeugen und  bekämpfen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Inhalt:

Schimmel im Gartenhaus: Wie gefährlich ist er?

Über die Gesundheitsgefahren von Schimmel in Wohnräumen und Lebensmitteln wird viel berichtet und gewarnt. Oft so alarmistisch, dass Betroffene schon Angst bekommen, wenn der erste Schimmelfleck entdeckt wird.

Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, durch Schimmel zu erkranken, bei gesunden Menschen relativ gering. Denn: Schimmelsporen sind ständig in der Luft, sie schweben über weite Strecken und werden immer mal wieder eingeatmet. In Innenräumen befinden sich ständig bis zu 1000, im Außenbereich bis zu 10.000 Sporen pro Kubikmeter Luft. Dennoch sind nur etwa fünf Prozent der Menschen für Schimmel sensibilisiert und reagieren bei weiteren Kontakten allergisch.

Konkret bedeutet das: Schimmel können bei sensiblen Personen Allergien auslösen, die sich wie Heuschnupfen oder Asthma anfühlen. Ein erhöhtes Risiko haben Menschen, die bereits an Heuschnupfen, Neurodermitis und anderen Allergien leiden.  Die Allergien werden durch die Eiweiße in den Pilzsporen und Fäden ausgelöst. Insbesondere bei der Bekämpfung sollte man sich mit einer Schutzmaske vor dem Einatmen der Sporen schützen.

Fazit:  Zeigt sich Schimmel im Gartenhaus, sollte man ihn nicht ignorieren, aber auch nicht in Panik geraten. Es ist möglich und nötig, den Schimmel wieder los zu werden  Auch wenn die Mehrheit nicht allergisch reagiert, so schadet er doch dem Holz und mindert die Lebensdauer des Gartenhauses erheblich.

Woher kommt der Schimmel im Gartenhaus?

Schimmelsporen schweben ständig in der Luft, sowohl draußen als auch in Innenräumen. Finden diese Sporen einen geeigneten Nährboden, dringen sie ein und setzen sich fest, indem sie ein Myzel bilden. An der Oberfläche entsteht ein farbiger Belag, je nach Schimmelart weiß, gelblich, grün, braun oder schwarz.  Es entsteht ein modriger Geruch, wodurch der Schimmel häufig erst endeckt wird.

Schimmelpilze ernähren sich von Fett, Protein und Kohlehydraten, also organischen Materialien. Das Holz des Gartenhauses ist ein organisches Material und anfällig für Schimmel, wenn es feucht und ungeschützt ist. Es kommen aber auch andere Nährböden in Frage:

  • alte, feucht gewordene Tapeten (Zellulose)
  • Gipskartonplatten und andere Dämmaterialien
  • Kartons und Holzkisten, die im Gartenhaus gelagert werden
  • Staub und Schmutz, sobald Feuchtigkeit dazu kommt
  • Bodenbeläge und Teppiche aus organischen Materialien
  • Gartenmöbel aus unlackiertem Holz und Textilien
  • Kleider, Bücher, Holzregale….

Der Schimmelpilz findet also in fast jedem Gartenhaus ein Menü, das ihm zusagt. Allerdings kann er sich nur festsetzen, wenn sein Lebenselexir „Feuchtigkeit“ dazu kommt. Gefährdet sind insbesondere Gartenhäuser, die lange nicht aufgesucht werden, z.B. während der kühlen Jahreszeit oder anderer längerer Abwesenheiten.

Nährstoffe für Schimmelpilze
Organische Materialien bieten dem Schimmel Nährstoffe wenn sie feucht werden.

Feuchtigkeit und Wärme: beste Bedingungen für Schimmelpilz!

Egal wie viele organische Substanzen sich in einem Gartenhaus finden: Das Wachstum des Schimmels benötigt Feuchtigkeit. Es legt richtig los bei einer relativen Oberflächenfeuchte von mehr als 70 Prozent.  Also nicht schon, wenn mal etwas verschüttet und dann wieder abgewischt wird! Die Feuchtigkeit muss schon von einer gewissen Dauer sein, um den Pilz wachsen zu lassen.

Klappt das auch im Winter? Leider ja! Schimmelwachstum entsteht bei Temperaturen zwischen Null und 60 Grad Celsius. Die meisten Schimmelarten entwickeln sich jedoch am besten bei 25 bis 35 Grad, also bei warmer Feuchtigkeit.

Die Feuchtigkeit kann aus der Luft kommen, z.B. in Form von kondensierendem Wasserdampf und Tauwasserausfall. Sie kann bei Regen über undichte Stellen eindringen, aber auch in feuchten Möbeln enthalten sein, die im Gartenhaus gelagert werden.

Das „schimmelfreundliche“ Raumklima im Gartenhaus entsteht jedoch erst  aus dem Zusammenwirken von Feuchtigkeit, passender Temperatur und mangelnder Lüftung. Im Sommer heizen sich Gartenhäuser  mit geringer Wandstärke durch die Sonneneinstrahlung häufig auf.  Wird dann nicht ausreichend gelüftet, entsteht ein Hitzestau, der bei vorhandener Feuchtigkeit (Wände, Möbel, Dämmung, Bodenbelag) dem Schimmel beste Bedingungen bietet.

Schimmelbildung vorbeugen schon bei Aufbau und Anstrich

Wer ein Gartenhaus aus Holz kauft, kann bereits beim Kauf und Aufbau der Schimmelbildung entgegen wirken.

  • Feuchtigkeit von unten vermeiden: Zwischen Fundament und Basishölzern des Gartenhauses sollte eine Feuchtigkeitssperre einmontiert werden. Bewährt haben sie hierfür   Gummipads (als Zubehör erhältlich) aus Gummigranulat. Sie transportieren keine Feuchtigkeit, so dass der Boden im Gartenhaus immer im Trockenen steht.
  • Bausatz-Hölzer trocken lagern: Sollte zwischen Anlieferung und Aufbau des Gartenhauses einige Zeit verstreichen, dürfen die Hölzer während der Wartezeit nicht feucht werden. Also nicht im Freien auf Naturboden auslegen und in jedem Fall vor Regen schützen.
  • Das Holz imprägnieren: Die erste Schutzschicht für unbehandeltes Holz ist eine hochwertige Imprägnierung, auch „Holzschutzgrund“, „Holzgrund“ oder „Holzschutzlasur“ genannt. Insbesondere die für Gartenhäuser üblichen Holzarten wie Fichte, Kiefer oder Lärche benötigen zwingend eine schützende Imprägnierung, die in die Oberflächen eindringt und das Holz vor Bläue, Schimmel, Fäulnis und Pilzbefall schützt.
  • Lasieren oder Lackieren: Nach der Imprägnierung bekommt das Gartenhaus einen Anstrich, der das Holz noch besser schützt. Holzschutzlasuren und Holzschutzlacke sind wetterfest, wasserabweisend und schützen vor Schädlingen und UV-Strahlen.

Holzschutzgrund, Lasur, Lack

  • Dampfsperre: Wer das Gartenhaus für die ganzjährige Nutzung als Wohnraum isoliert (Wände, Dach) und es regelmäßig beheizt, sollte eine Dampfsperre einbauen (keine Gummipads sondern spezielle Folien). Sie wird auf der Innenseite des Gebäuderahmens angebracht und schützt die Isolierung und den Holzrahmen vor der feuchtwarmen Luft im Innenraum.
  • Lüftungsgitter:  Nicht isolierte Gartenhäuser brauchen keine Dampfsperre, jedoch sollte mit Lüftungsgittern dafür gesorgt werden, dass die Luft ungehindert einstrümen und tagsüber aufgenommene Feuchtigkeit abführen kann (Wechselklima). Für die gute Durchlüftung sind zwei Lüftungsgitter erforderlich, die an gegenüber liegenden Seiten eingebaut werden.
  • Dachrinne:  Installieren Sie eine Dachrinne, damit das Regenwasser kontrolliert abläuft und nicht an den Wänden herunter rinnt.

Regelmäßig auf feuchte Stellen prüfen, für Durchlüftung sorgen

Auch wenn beim Aufbau alle Maßnahmen ergriffen wurden, um Schimmelbildung zu vermeiden, muss das Gartenhaus dennoch regelmäßig gelüftet, sowie auf Feuchtigkeit und Schimmelbildung kontrolliert werden.

Halten sich Menschen Gartenhaus auf, entsteht Luftfeuchtigkeit durch Atmen und Schwitzen. Regelmäßiges Stoßlüften einmal pro Stunde ist empfehlenswert! Dient das Gartenhaus nur als Lagerraum reicht es, zwei bis dreimal pro Woche zu lüften. Je weniger gelüftet werden kann, desto wichtiger sind eingebaute Lüftungsgitter.

Kontrollieren Sie das Gartenhaus auch regelmäßig mit Blick auf Risse und feuchte Stellen. In Betracht kommen

  • Risse in den Wänden,
  • undichte Stellen in der Dacheindeckung,
  • undichte Fenster und Türen, insbesondere auf der Wetterseite.
  • Rücken Sie gelegentlich Schränke und Regale von der Wand weg und kontrollieren Sie Wand und Rückseiten der Möbel.

Auch verstopfte Dachrinnen und überlaufende Regentonnen können dem Wasser Wege ins Gartenhaus eröffnen. (Siehe auch „Das Gartenhaus winterfest machen„)

Schimmel beseitigen:  DIY oder Fachfirma?

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ist es doch passiert:  Schimmel hat sich im Gartenhaus festgesetzt.  Was ist zu tun?

Verschiedentlich wird geraten, Profis hinzuzuziehen, die mit ihrer Expertise den Schaden analysieren, Lösungswege aufzeigen und/oder selbst zur Tat schreiten. Das ist bei großflächigem Schimmelbefall sicher richtig, denn hierbei ist auch die Sanierung nicht immer ungefährlich. Schimmel auf kleineren Flächen, wie er in regelmäßig genutzten Gartenhäusern gelegentlich auftritt, lässt sich jedoch auch einfach mit Hausmitteln oder handelsüblichen Schimmelentfernern beseitigen.

Auf die lange Bank schieben sollten Sie die Bekämpfung des Schimmels aber auf keinen Fall. Wo der Pilz einmal Fuß gefasst hat, breitet er sich zügig aus und der Schaden vergrößert sich.

Ebenso wichtig ist die Suche nach der Ursache! Wenn diese nicht gefunden und abgestellt wird, hat die Schimmelbekämpfung nur kurzfristig Erfolg und schon bald sind die hässlichen Flecken wieder da.

Schimmelentfernung:  Verschiedene Mittel und der nötige Selbstschutz

Bevor Sie nun zur Tat schreiten, um dem Schimmel per DIY den Garaus zu machen, sollten Sie sich unbedingt selbst schützen. Tragen Sie bei der Arbeit Schutzhandschuhe, Schutzbrille und Schutzmaske, um keine Schimmelsporen einzuatmen. Auch chemische Reiniger können die Atemwege reizen. Öffnen Sie also Fenster und Türen, damit diese Ausdünstungen schnell abziehen! Wer ein Luftreinigungsgerät besitzt, sollte es jetzt einsetzen, um herum fliegende Sporen schon während der Arbeit aus der Luft zu entfernen.

Zur Entfernung des Schimmels werden verschiedene Mittel empfohlen, vom einfachen Hausmittel bis zu aggressiven chemischen Schimmelentfernern. Machen sie vor der Anwendung immer einen Test an einer kleinen Stelle, um festzustellen wie sich der Untergrund durch das Mittel verändert.

Folgende Mittel kommen für die Schimmelentfernung in Frage:

  • Haushaltsreiniger, Essig und Essigessenz im Putzwasser:  Mit ihnen lassen sich nur Schimmelflecken auf glatten Oberflächen (z.B. lackiertes Holz) entfernen. Für poröse Oberflächen (naturbelassenes Holz) eignen sich diese Mittel nicht.
  • Wasserstoffperoxid:  Anders als andere Hausmittel tötet Wasserstoffperoxid die Pilzsporen ab, verhindert also ein Stück weit die Neubildung von Schimmel. Die befallenen Stellen dürfen dafür allerdings nicht allzu feucht sein, da sonst die Wirkung stark abgeschwächt wird. Handelübliche Konzentrationen von 3 bis 5 % sind ausreichend
  • Chlorhaltige Reiniger und Schimmelentferner:  Chlor zerstört die Zellwände der Schimmelpilze mittels Oxidierung.  Weil Chlor auch das Myzel der Pilze abtötet, lässt sich ein erneutes Wachstum vereiteln. Diese Mittel sind auch bei Feuchtigkeit wirksam. Wegen der stark reizenden Dämpfe ist die hierbei Verwendung von Mundschutz, Schutzbrille und Maske besonders wichtig!
  • Alle Schimmelentferner aus dem Handel: Halten Sie sich genau an die Anwendungsvorschriften auf der Produktverpackung!

Warnung: Auf keinen Fall sollten verschiedene Mittel gemischt werden! Insbesondere die Kombination bleichmittelhaltiger Substanzen mit ammoniakhaltigen Mitteln lässt gefährliche Gase entstehen, die schwere Infekte auslösen, im schlimmsten Fall tödlich sein können!

Schimmel durch Abschleifen entfernen

Stockflecken oder hartnäckiger Holzschimmel, der nicht mehr nur oberflächlich auftritt, sondern bereits in das Holz eingedrungen ist, muss mechanisch entfernt werden. So gehen Sie vor:

  • Decken Sie Möbel und andere Einrichtungen mit Folie ab, sofern Schimmel im Innenraum des Gartenhauses beseitigt werden muss.
  • Tragen Sie Ihre Schutzausrüstung, denn beim Abschleifen geraten viele Schimmelsporen in die Luft. Arbeiten Sie nur bei offenen Türen und Fenstern!
  • Nutzen Sie feines Sandpapier, um die Oberfläche des Holzes abzuschmirgeln. Damit sollten bereits alle Verfärbungen verschwinden. Nur falls wirklich nötig, kommt eine gröbere Körnung in Frage.
  • Sind alle Schimmelstellen beseitigt, wird das Holz frisch grundiert und gestrichen (lasiert oder lackiert). So ist das Holz vor weiterem Befall gut geschützt.

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