Ein Gartenhaus als Wintergarten?

Gartenhaus als Wintergarten? 3-seitig belichtetes Gartenhaus

Kann ein Gartenhaus als Wintergarten dienen? Obwohl klassische Wintergärten voll verglast gebaut werden, kann auch ein gut belichtetes Gartenhaus die Funktion eines Wintergartens übernehmen – unter bestimmten Bedingungen! Welche das sind und was für Gartenhäuser sich gut eignen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Gartenhaus und klassischer Wintergarten: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Ob als Anbau am Wohnhaus oder frei stehend: ein klassischer Wintergarten kann verschiedenen Zwecken dienen, abhängig davon, ob und wie man ihn beheizt.

  • Er kann ein warmes „grünes Wohnzimmer“ sein, das den Winter vergessen lässt – ausgestattet mit Pflanzen, die rund ums Jahr Zimmerwärme brauchen.
  • Er kann im Winter Zimmerpflanzen beherbergen, die frostige Kälte nicht ertragen, jedoch eine Winterruhe im Kühlen benötigen,
  • oder als Winterquartier für mediterrane Pflanzen dienen, die im Sommer draußen stehen.
  • Unbeheizt eignet sich der Wintergarten je nach Lage meist nur für ebenfalls winterharte Gewächse, die auch mal Frost vertragen.

Prinzipiell kann auch ein Gartenhaus all diese Funkionen bieten, sofern es genügend Licht bietet und je nach Wintergartentyp entsprechend beheizt wird. Es gibt jedoch Unterschiede zwischen einem Gartenhaus und dem Wintergarten, wie man ihn kennt: Während übliche Wintergärten meist verglaste Stahlkontruktionen sind, bestehen Gartenhäuser aus Holz, haben somit weniger Fensterfläche und kein verglastes Dach. Was folgt daraus?

Hölzernes Gartenhaus mit lichtdichtem Dach: Nachteil oder Vorteil?

Das lichtdichte Holzdach eines Gartenhauses ist im Vergleich zum voll verglasten Wintergarten nicht unbedingt ein Nachteil, gelegentlich  sogar  von Vorteil:

  • Zum einen leben und gedeihen unzählige Zimmerpflanzen sehr gut in Wohnungen ohne Licht von oben.  So gesehen ist ein Gartenhaus, genügend Fenster voraus gesetzt, auch nur ein weiterer Wohnraum, der sich durchaus als Lebensraum für Zimmerpflanzen eignet.
  • Zum andern heizt sich der Raum unter einem Glasdach schnell auf, weshalb in klassischen Wintergärten oft viel Aufwand für die je nach Wetter erforderliche Beschattung getrieben werden muss. Ein Aufwand, der im Gartenhaus gar nicht oder in wesentlich geringerem Umfang anfällt.

Und das Holz? Holz ist ein Naturmaterial, das „atmet“, also Feuchtigkeit gut aufnimmt und wieder abgibt. Holzgaragen sind z.B. beliebt, weil ein nach einem Regentag abgestelltes Auto morgens trocken ist, ohne dass es zu „schwitzenden Wänden“ gekommen ist. Holz hat also eine feuchtigkeitsregulierende Wirkung, sofern es nicht mit einem komplett abdichtenden Lack gestrichen wird, der das verhindert. Dennoch muss auch im Gartenhaus für die gute Belüftung gesorgt werden, umso mehr, je mehr Pflanzen im Innenraum stehen.

Viel Licht: Je mehr Fenster, desto besser!

Genau wie bei der Pflanzenhaltung in der Wohnung gilt auch im Gartenhaus: Je mehr Fensterfläche zur Verfügung steht, desto mehr Möglichkeiten hat man bei der Auswahl der Pflanzen. Besonders lichthungrige Exemplare stehen direkt hinter den Fensterscheiben, weiter hinten im Raum gedeihen Gewächse, die mit weniger Lichteinfall auskommen.  Das gilt für die helle Überwinterung ebenso wie für das Gartenhaus, das auch im Winter „grünes Wohnzimmer“ sein soll. Lediglich Pflanzen, die dunkel überwintern,  begnügen sich auch mit einem Gartenhaus mit wenig Lichteinfall.

Moderne Gartenhäuser bieten im Vergleich zu traditionellen Modellen endlich viel mehr Fensterfläche. Bodentiefe Fenster haben die kleinen Fenster früherer „Lauben“ abgelöst. Besonders viel Licht fällt in die neuartigen Lounge Gartenhäuser, deren Fenster und Schiebetüren von dünnen, kaum mehr sichtbaren Alu-Rahmen gehalten werden.

Unter den aktuellen Lounge-Gartenhäusern finden sich sogar Modelle, die Licht von drei Seiten herein lassen wie etwa die Gartenhäuser Alu Concept 44 H und Alu Concept Lounge 44 A

Gartenhäuser mit Licht von 3 Seiten

Schiebetüren und bodentiefe Fenster bringen die maximale Lichtausbeute für die Pflanzen. Der Lichteinfall von drei Seiten bedeutet auch deutlich mehr gut belichtete Stellfläche – optimal, wenn viele Pflanzen untergebracht werden sollen. Dennoch eignen sich diese Modelle vor allem für die Überwinterung von Kübelpflanzen, die während der Saison draußen stehen, nicht so sehr für die ganzjährige kombinierte Nutzung als Wintergarten und Wohnraum. Der Vorteil der weit aufschiebbaren gläsernen Türen würde zum Teil entfallen, wenn sie dauerhaft mit Pflanzgefäßen zugestellt würden.

Ganz anders das moderne Gartenhaus Marina 44, mit einer acht Meter langen Fensterfront unter einem sanft ansteigenden Satteldach fensternahe Stellfläche für richtig viele Pflanzen bietet.

Gartenhaus Marina 44 mit großer FensterfrontMit seiner Grundfläche von gut 43 m² zählt das Gartenhaus Marina 44 zweifellos zu den großen Gartehäusern. Hier lässt sich die Wohnnutzung natürlich besonders gut mit einer Gestaltung als Wintergarten verbinden.

Aber auch in kleineren Gartenhäuser können viele Pflanzen Platz finden, inbesondere, wenn sie über so viele Fenster verfügen wie z.B. unsere Modelle Lisa 44 B Modern und Kono 44 A.

Gartenhäuser LISA und CONOWeitere klassische und moderne Gartenhäuser finden Sie in unserem Shop, wo Sie die Modelle nach verschiedenen Kriterien (m², Dachform etc.) sortieren lassen können.

Gartenhaus als Wintergarten: Kalt, temperiert oder warm?

Neben dem Licht ist die richtige Temperatur ausschlaggebend für das Wohl unserer Zimmer- und Kübelflanzen. Im Sommer kommen die tropischen, subtropischen und mediterranen Gewächse, die unsere Wohnungen und Außenbereiche zieren, gut mit der Umgebungstemperatur klar. In der kalten Jahreszeit benötigen sie jedoch eine wohl temperierte Umgebung. Weil sich die Pflanzen in ihrem winterlichen Wärmebedarf unterscheiden, unterscheidet man auch verschiedene Wintergartentypen:

  1. Der kalte Wintergarten: Er wird nicht beheizt. Im Winter sinkt die Temperatur bis ca. –5 Grad. Kurzzeitig sind auch zweistellige Minusgrade möglich. Im Sommer heizt sich der Wintergarten auf, Maximaltemperaturen zwischen 40 und 50 Grad werden erreicht, manchmal sogar mehr. (Beschattungsmaßnahmen sind oft erforderlich).
  2. Der frostfreie Wintergarten: hier wird minimal geheizt, etwa mit einem sogenannten „Frostwächter“, der dafür sorgt, dass die Temperatur nicht unter den Gefrierpunkt sinkt.
  3. Der warme Wintergarten: Hier wird geheizt. Ganzjährig herrscht einheitliches, immer warmes Klima, die Temperaturen sinken nie unter 18 Grad. Hoch isolierendes Glas, spezielles Sonnenschutzglas oder Schattierungen sorgen dafür, dass die Temperaturen im Sommer 25 bis 30 Grad nicht übersteigen. Idealtypisch wäre eine ganzjährig konstante Temperatur um die 23 Grad.
  4. Der temperierte Wintergarten: Auch hier wird im Winter geheizt, jedoch nur mäßig! Im Winter herrschen zwischen 5 und 15 Grad, im Sommer werden mittels Schattierungen oder Wärmschutzglas ebenfalls 25 bis 30 Grad angestrebt.

Was folgt daraus für das Gartenhaus als Wintergarten?

  • Ein unbeheiztes Gartenhaus ist ein „Kalthaus“, das allenfalls zur Überwinterung prinzipiell winterharter Pflanzen taugt, bei denen man das Risiko tiefer, anhaltender Fröste nicht eingehen will. Dazu gehören z.B. Echte Feige, Olivenbaum, Kamelien, Sternjasmin, Hanfpalmen und Keulenlilien.
  • Im frostfrei gehaltenen Gartenhaus  können mehr Pflanzen überwintern, z.B. mediterrane Pflanzen wie Oleander, Myrte, Zwerggranatapfel, Lorbeer, sowie Zitruspflanzen wie Zitronen-, Orangen-, Mandarinenbaum, sowie Flaschenputzer, Yucca, Agave u.v.m.
  • Im wohl temperierten Gartenhaus (ca. 15 Grad) gedeihen alle Zimmerpflanzen, die im Winter gerne etwas kühler stehen, ebenso viele mediterrane Gewächse, denen auch „frostfrei“ reichen würde. In einem derart „überschlagen“ beheizten Gartenhaus ist das Spektrum der Pflanzen, die hier gut überwintern, am Größten! Für den längeren Aufenthalt von Menschen ist es leider noch nicht warm genug.
  • Das auf Wohlfühltemperatur geheizte Gartenhaus ist ein „warmer Wintergarten“ und bietet alle Vorteile eines „grünen Wohnzimmers“ im Winter. Hier können tropische Pflanzen gehalten werden, die auch in Wohnungen ganzjährig mit Zimmerwärme klar kommen, also keine Winterruhe benötigen. Dazu gehören z.B. Bromelien, Flamingoblumen, Gardenien, Orchideen u.v.m.

Wandstärke, Heizung und Belüftung

Um als Wintergarten zu dienen, sollte das Gartenhaus einige weitere Voraussetzungen erfüllen.

  • Größe: Zuvorderst sollte es groß genug sein, damit die vorgesehenen Topf- und Kübelpflanzen nicht zu eng stehen muss. (Mit Hängepflanzen erobern Sie die dritte Dimension!)
  • Wandstärke: Mit Wandstärken ab 40/44 Millimeter aufwärts benötigen sie nicht zwingend eine zusätzliche Isolierung, wenn über den Winter geheizt werden soll.https://www.gartenhausfabrik.de/magazin/wp-content/uploads/2020/05/wandstaerken-gartenhaeuser.jpg
  • Isolierung:  Ein isolierverglastes Gartenhaus verliert weniger Wärme als eines mit Fenstern aus „Echtglas“ (=einfaches Fensterglas). Werden Wände, Boden und Dach zusätzlich isoliert, spart das Heizkosten – umso mehr, je dünnwandiger das Gartenhaus ist.
  • Heizung:  Ob und wie Sie das Gartenhaus beheizen, hängt vom gewählten Wintergartentyp, von Standort und Ausrichtung des Gartenhauses, sowie vom Klima in Ihrer Region ab.
  • Belüftung:  Regelmäßig Lüften ist nötig, um z.B. Schimmelbildung vorzubeugen. Gleichmäßiger lassen sich Gartenhäuser belüften, die über dreh- und kippbare Fenster verfügen. Der Einbau von Lüftungsgittern ist ebenfalls empfehlenswert, damit das Gartenhaus zumindest ein wenig Luftaustausch bekommt, auch wenn alle Fenster geschlossen sind.
  • Beschattung: Auch ein Gartenhaus kann sich durch stundenlange Besonnung der Fenster aufheízen, sogar im Winter. Da heftige Temperaturschwankungen den Pflanzen nicht gut tun, ist an diesen Tagen die Beschattung mit einer Jalousie erforderlich. Das Problem tritt weniger auf, wenn das Gartenhaus mit der Haupt-Fensterseite nach nord, nord-ost oder nordwest ausgerichtet ist.

Die Pflege im Gartenhaus-Wintergarten

Die Pflege eines Gartenhauses als Wintergarten sollte nicht unterschätzt werden! Je nachdem, welche Pflanzen ganzjährig gehalten oder lediglich überwintert werden, fallen allein schon für sie diverse Pflegearbeiten an: Gießen, düngen, auf Krankheiten und Schädlingsbefall kontrollieren, eventuell beschneiden sind wiederkehrende Aufgaben.

Zusätzlich muss regelmäßig Temperatur und Luftfeuchtigkeit kontrolliert werden. Der Handel bietet hierfür vielseitige Geräte mit vielen Zusatzfunktionen. Gegen zu hohe oder zu niedrige Luftfeuchtigkeit sollten Maßnahmen ergriffen werden: Häufiger lüften, mehr heizen oder bei zu großer Trockenheit die Pflanzen besprühen. Je nach aktueller Situation und gewählter Wintergartentemperatur werden es andere Mittel sein, die zur Anwendung kommen. Kondenswasser an den Fenstern muss ebenfalls regelmäßig entfernt werden, sollte es dazu kommen.

Aus dem Pflegebedarf ergibt sich, dass sie die „grüne Oase im Winter“ nur in einem Gartenhaus verwirklichen lässt, das nahe dem Wohnhaus steht. Handelt es sich um ein Haus in einem entfernten Garten, der nur an Wochenenden aufgesucht wird, sollten darin nur wenige, trockenheitstolerante und sehr pflegeleichte Pflanzen stehen, die dann auch mit einem Frostwächter auskommen.

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